Quad-Core-Tablets

Alles über Schachprogramme und Software für die mobilen Begleiter.

Moderator: bretti

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bretti
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Quad-Core-Tablets

Beitrag von bretti » Mittwoch 11. Januar 2012, 10:18

Die nächste Generation rasend schneller Tablets wie z.B.
o Asus Transformer Prime mit Tegra 3
o Acer Eee Pad MeMO 370T
o Apple iPad 3
werden endgültig genug Rechenpower mitbringen, um mächtige Schachdatenbanken samt Analyse-Engine anzutreiben. Aus meiner Sicht ist das bereits seit dem iPad1 so, denn wenn man sich etwa an die erste Windows-Umsetzung des Hamburger Klassikers ChessBase für Windows 1.0 aus dem Jahr 1994 (lief noch auf Windows 3.1, erst die Version 1.1 konnte auf Windows 95 gestartet werden) erinnert, so waren die damaligen Hardware-Voraussetzungen schlechter als heutige (Single-Core) Tablets.

Gut kann ich mich noch an mein erstes Windows-ChessBase erinnern: Zunächst musste man ein Analyse-Modul dazukaufen (für 99 DM), das aus heutiger Sicht eher eine "Zwischenlösung" darstellte, weil es nicht dem Leistungsstand der damaligen Spitzenprogramme unter DOS entsprach. Es war Doctor? von Schrüfer und Kraas. Doch bald folgten Fritz, Junior, Hiarcs und dann kamen sie (fast) alle (Einbindung von UCI-Engines, was nach meiner Erinnerung schon die 6er-Version nach einem späteren Update konnte).

Auch die erste "vollwertige" ChessBase für Windows Version 6 aus dem Jahr 1996 (Einführung des CBH-Formates) musste sich mit aus heutiger Sicht langsamer Hardware bescheiden, die von aktuellen Tablets bereits überflügelt wird.

Aber wie dem auch sei, spätestens mit den Quad-Core-Tablets wird das Thema "Rechenpower" nicht mehr erklären können, warum es derzeit eigentlich noch keine Datenbank für Tablets gibt, die professionellen Anforderungen gerecht wird (PGN- und mind. CBF-Format, Analyseengine, schnelle Brettstellungssuche, komfortable Suche nach sonstigen Kriterien, Eröffnungsklassifikation, Baum mit statistischen Informationen etc.). Ich vermute, dass die großen Anbieter Sorge haben, ihre Datenbankprogramme für PC nicht mehr zu verkaufen, oder warum gibt es noch immer keine sichtbaren Schritte in diese Richtung? Bei ChessBase scheint die Reise eher in Richtung Android zu gehen, denn die iOS-App ist schlechter ausgestattet als die etwas später erschienene gleichnamige Android-App "ChessBase Online". Ich bin gespannt, wo die Reise hingeht!

Nachtrag: Oder hat Scid on the go schon (fast) alles, was man auf Android-Tablets braucht? Vielleicht kann mal jemand mit Android diese App in der Android-Rubrik vorstellen?!
Gruß, Stefan

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Re: Quad-Core-Tablets

Beitrag von mclane » Freitag 13. Januar 2012, 11:03

dieses dings von asus ist doch spannend, 7 zoll (also handlich), und dabei 4 cores und nur 250 Dollar ???

das wäre doch was fuer uns schachspieler.

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bretti
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Re: Quad-Core-Tablets

Beitrag von bretti » Dienstag 27. März 2012, 09:58

Dass das iPad3 zwar einen QuadCore-Prozessor - allerdings nur für die Grafik - aufweist, war für mich ein kleiner Schock! Das lässt der Konkurrenz doch etwas Raum zum Aufholen.

Zugegeben ist es in diesem Zusammenhang freilich, dass man erstmal feststellen müsste, wofür die Rechenpower ansonsten fehlt. Schach-Engines dürften insoweit wohl nicht "marktrelevant" sein, eher video-realistische Spiele für die breite Masse, aber die gibt es doch eigentlich jetzt schon?! Und ich gestehe, dass mir persönlich auch bei Hiarcs und den anderen guten Schach-Apps keine "Power" ernsthaft fehlt...
Gruß, Stefan

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Mythbuster
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Re: Quad-Core-Tablets

Beitrag von Mythbuster » Dienstag 27. März 2012, 10:19

Hallo Stefan,
speziell bei Spielen ist mittlerweile die GPU wichtiger als die CPU ... insofern macht Apple hier schon alles richtig. Es gibt durchaus schon die ersten guten Spiele, die die volle Retina Auflösung ausnutzen ... und das Ergebnis ist schon beeindruckend. Als Beispiele könnte ich hier "Galaxy on Fire HD" oder "Pinball HD" nennen ...

Die CPU Leistung ist mehr als ausreichend. Es gibt nur wenige Spezialanwendungen, wo die reine CPU Leistung zählt ... wie zum Beispiel beim Schach. Aber wie Du auch schon sagtest ... das ist eher ein Randmarkt ... und ganz ehrlich: Ich werde die Schachprogramme auf dem iPad nicht mehr schlagen ... :mrgreen:

Gruß,
Sascha
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Re: Quad-Core-Tablets

Beitrag von mclane » Dienstag 27. März 2012, 13:03

Mythbuster hat geschrieben:Hallo Stefan,
speziell bei Spielen ist mittlerweile die GPU wichtiger als die CPU ... insofern macht Apple hier schon alles richtig. Es gibt durchaus schon die ersten guten Spiele, die die volle Retina Auflösung ausnutzen ... und das Ergebnis ist schon beeindruckend. Als Beispiele könnte ich hier "Galaxy on Fire HD" oder "Pinball HD" nennen ...

Die CPU Leistung ist mehr als ausreichend. Es gibt nur wenige Spezialanwendungen, wo die reine CPU Leistung zählt ... wie zum Beispiel beim Schach. Aber wie Du auch schon sagtest ... das ist eher ein Randmarkt ... und ganz ehrlich: Ich werde die Schachprogramme auf dem iPad nicht mehr schlagen ... :mrgreen:

Gruß,
Sascha

da bin ich vollkommen einer Meinung mit dir Sascha. Allerdings haben wir nun erstmalig eine Situation erreicht,
wo die anderen Firmen mit Plattformen wie Tegra3 oder auch diesem Huwai Chip der ja sogar noch schneller sein soll als die Tegra3 Plattform, Apple in der Schnelligkeit ueberholen KÖNNTEN.
Sicher, bei anderen Anwendungen ist GPU wichtig. Aber wie wir ja seit Jahren beobachten können ist
bei Schach eben die CPU-Leistung entscheidend. Weswegen haben die ganzen Computerfreaks alle fuer Schach immer schnellere Kisten ? Diese Server Spieler auf dem CB-Server, oder selbst in Notebooks mit i7 CPUs.

Schon jetzt kann ich auf dem Android Tablet PC Schachturniere machen mit Aarts CHESS software, und die programme spielen entweder 1 core mit permanent brain oder 2 core mit permanent brain OFF.
wenn da demnächst fuer die Android Tablets 4 cores sind, kommen die Tablets langsam an die kleinen Notebooks heran. und da diese Hardware scheinbar auch in Handys passt, wird es ja NOCH irrealer. Ein android Handy mit quadcore... unglaublich.

also da schaue ich sehr gerne nach was da in kuerze abgeht.

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Re: Quad-Core-Tablets

Beitrag von Mythbuster » Dienstag 27. März 2012, 13:32

Hi,
das iPad rein nach der Geschwindigkeit zu bewerten, ist so fatal, wie ein Auto nach der Höchstgeschwindigkeit zu bewerten. Den gleichen Fehler hat Ruud mit dem Revelation gemacht. Ich habe ewig gebraucht, ihm zu erklären, daß Spieler nicht die höchste Elo interessiert, sondern die Vielfalt und in unserem Fall die Erinnerung an die alten Geräte.

Ein Porsche GT ist im Gelände völlig nutzlos, ebenso in der Stadt ... die Beispiele sind unendlich.

Das iPad ist per se ein geschlossenes System. Die Software, die dafür angeboten wird, ist auf die Hardware abgestimmt. Bei einem offenen System (wie zum Beispiel bei PCs) kann man natürlich um die Wette rüsten ... und es finden sich immer neue Anwendungen, die den letzten Rest aus aktueller (und zum Teil zukünftiger) Hardware kitzeln ...

Nur ist das gar nicht das Anliegen des iPads. Hier geht es um maximale Bedienbarkeit und darum, maximale Kompatibilität zu erreichen. Über 99% aller aktuellen Spiele laufen auch auf einem iPad 1 ohne Probleme. So sollte es sein. Es ist relativ einfach, Software für die iOS Systeme zu entwickeln und optional die Möglichkeiten der jeweils neuen Generation auszunutzen. Da die Rahmenparameter durch den (einzigen) Hardwareanbieter vorgegeben sind, müssen die Entwickler sich nicht auf verschiedene Chipsätze, CPUs, GPUs etc. einstellen und anpassen.

Um noch einmal den Vergleich zum Auto zu bringen: Wenn ich nie schneller als 130 fahren darf (weil ich zum Beispiel in Frankreich lebe), warum sollte es mich interessieren, ob ein Wagen 220, 240 oder gar 270 km/h schafft? Vor allem, wenn sie sich bis 130 kaum merklich unterscheiden ... dann nehme ich doch den, der mir ansonsten die meisten Pluspunkte bietet, je nach meinen Bedürfnissen: Muss ich viel transportieren, wird es ein Kombi ... mag ich es sportlich klssisch, wir es ein flacher Roadster ... und so weiter.

Aus meiner Sicht sollte sich Apple auf gar keinen Fall auf ein Wettrüsten einlassen ... wozu auch?! Wie geschrieben: Da die Software auf das System und die Hardware optimiert wird, laufen Anwendungen bemerkenswert stabil und schnell. Und immerhin kann Apple beim iPad noch immer ein gefälliges Design in Verbindung mit langer Laufzeit bieten ... ohne den Einsatz eines Lüfters, der für mich sofort ein no Go Kriterium wäre ...

Ach ja, bei den Notebooks geht Apple den gleichen Weg ... nicht die schnellste Hardware ... dafür ein System. Und es ist erstaunlich, wie schnell aktuelle Spiele auf einem Macbook auf vergleichsweise langsamer Hardware laufen ...

Gruß,
Sascha
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Re: Quad-Core-Tablets

Beitrag von Mythbuster » Dienstag 27. März 2012, 13:46

Hallo,
nur als Nachtrag: Mir ist klar, daß es bei Schach rein um CPU Rechenleistung geht.

Aber ... ich wage es anzuzweifeln, daß mehr als 0,00001% aller iPad Käufer mehr "Schachpower" brauchen. Was bieten iPhone 4s / iPad 3? 2.600 Elo? Wer braucht wirklich mehr? OK, zur Analyse könnte man argumentieren ... aber mal ganz ehrlich: Wie groß ist der Anteil der Schachspieler, die das Potential wirklich nutzen kann und nicht nur die schnellste Hardware als Schwanzvergleich ins Arbeitszimmer stellt?

Ehrlich: Unterwegs / auf der Couch möchte ich ein flaches und elegantes Gerät, das ohne Lüfter auskommt und das ich ein paar Stunden ohne Netzteil betreiben kann ... auf der Couch brauche ich keine "3.000 + xxx Elo", um eine Schachpartie "nebenher zu analysieren" ... wenn ich mich wirklich ernsthaft mit der Analyse von Partien beschäftigen will, mache ich das am Arbeitsplatz an einem PC ...

Was man nicht vergessen sollte: Selbst ein G.K. hat 1990 mit PCs / Ataris Partien analysiert ... auf Hardware bzw. mit Software, die nicht einmal den Bruchteil der Leistung eines iPhones hatte ...

Grüße,
Sascha
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Re: Quad-Core-Tablets

Beitrag von EberlW » Dienstag 27. März 2012, 16:58

Mythbuster hat geschrieben:Aber ... ich wage es anzuzweifeln, daß mehr als 0,00001% aller iPad Käufer mehr "Schachpower" brauchen. Was bieten iPhone 4s / iPad 3? 2.600 Elo? Wer braucht wirklich mehr? OK, zur Analyse könnte man argumentieren ... aber mal ganz ehrlich: Wie groß ist der Anteil der Schachspieler, die das Potential wirklich nutzen kann und nicht nur die schnellste Hardware als Schwanzvergleich ins Arbeitszimmer stellt?
Gut beobachtet, Sascha!
Von daher:
Ehrlich: Unterwegs / auf der Couch möchte ich ein flaches und elegantes Gerät, das ohne Lüfter auskommt und das ich ein paar Stunden ohne Netzteil betreiben kann ... auf der Couch brauche ich keine "3.000 + xxx Elo", um eine Schachpartie "nebenher zu analysieren" ... wenn ich mich wirklich ernsthaft mit der Analyse von Partien beschäftigen will, mache ich das am Arbeitsplatz an einem PC ...
Volle Zustimmung! :)

Gruß, Wilfried

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