Der Mephisto Phoenix - mehr als "nur" ein Schachcomputer

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Mythbuster
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Der Mephisto Phoenix - mehr als "nur" ein Schachcomputer

Beitrag von Mythbuster »

Hallo zusammen,

ein Vorwort: Diese Review erschien zunächst als Preview bei Schachcomputer.Info. Dennoch möchte ich sie (wie auch andere Reviews) auch hier veröffentlichen. Ergänzungen und Erweiterungen der Review werden künftig zeitgleich auf beiden Plattformen erscheinen. Im Laufe der Zeit haben sich einige Änderungen und Ergänzungen ergeben ... der Stand dieser Preview war Juli bis Dezember 2022. Ich werde diese Review nicht verändern, da sie auch ein zeitliches Dokument darstellt. In den nächsten Wochen wird es jedoch eine Zusammenfassung der bisherigen Änderungen geben, die dann in einem neuen Posting angefügt wird.

Ursrüngliches Datum 25. Juli 2022


„Mephisto Phoenix, was soll das sein?“ Ich schätze, nicht wenige von euch reiben sich verwundert die Augen ...

Gibt es hier doch viele Sammler, die sich auf die Kisten aus München als Sammlerobjekte spezialisiert haben … vom ersten Schachcomputer „Made in Germany“ 1980, dem liebevoll genannten Brikett, über den legendären Mephisto Glasgow bis hin zur einmaligen WM Serie des genialen Programmierers Richard Lang, dessen „Mephisto Vancouver“ zu seiner Zeit der Inbegriff des „menschlichen Spiels“ war.

Schachcomputer mit dem Namen „Mephisto“ waren für viele Schachspieler schlechthin das Synonym für Schachcomputer überhaupt. Sie waren nicht nur „teuflisch gut“, wie es der Name implizieren sollte, sondern stets auch modern und fortschrittlich …

Hinter den „teuflischen“ Schachcomputern steckte damals die Firma Hegener & Glaser, die ihren Sitz in München hatte. Hegener & Glaser, das waren Manfred Hegener und Florian Glaser, die bereits 1969 eine Firma zur Halbleiterproduktion gegründet hatten. 1978 hatten sie dann ersten Kontakt zu Thomas Nitsche und Elmar Henne … eine Verbindung, die (Schachcomputer-) Geschichte schreiben sollte.

Ein weiterer Name, der untrennbar mit (Mephisto) Schachcomputern verbunden war und ist: Ossi Weiner. Nicht nur seines Zeichens ein sehr guter Schachspieler, FIDE Elo 2245, nein, er gründete zum Beispiel bereits 1977 die „erste bundesrepublikanische Schachschule“ und 1980 zusammen mit seinem Vater den „Münchner Schachverlag“, den ersten Verlag in Deutschland, der auch Schachcomputer versandte. „Ossi“, wie ihn die ganze Welt nur nennt, seinen eigentlichen Namen Osher-Lev kennt kaum jemand, war bei Hegener und Glaser schachlicher Berater, aber auch Marketing- und Vertriebsleiter. Er hatte stets engsten Kontakt zu den besten Programmierern, so war er nicht von der Seite Richard Langs wegzudenken.

Keine WM, bei der er nicht mit ihm Seite an Seite zu finden war. Legendär so manche epische Wortschlacht mit den Mittbewerbern am Rande diverser Turniere. Dass er dann noch 1983 die „Hobby Computer Zentrale“ (HCC) gründete und mehrere Bücher zum Thema verfasst hat (zusammen mit bekannten Persönlichkeiten wie Dr. Helmut Pfleger oder Ephraim Kishon), zeigt, dass „Ossi“ Schachcomputer „lebt“ wie kaum sonst jemand. Bis heute verbinden ihn Freundschaften zu vielen bekannten Programmierern, wie Stefan Meyer-Kahlen …

Mephis, wie sie liebevoll von ihren Fans genannt werden, bekamen oftmals Städtenamen spendiert, wenn es besondere Geräte waren, wie die Weltmeister, die nach dem Austragungsort der jeweiligen Schachcomputer WM benannt wurden. Aber „Mephisto Phoenix“? Unbekannt …

Aber Phoenix … halt, da war doch was … in der „dunklen Zeit“, als Schachcomputer nicht mehr en vogue waren, hat ein Mann aus den Niederlanden in Eigenleistung die Schachcomputer im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Resurrection wieder auferstehen lassen. Er benannte sein Projekt "Phoenix", nach dem mythischen Vogel. Er entwarf ein Modul, das man in die wundervollen alten Mephisto Bretter stecken konnte und so ganz einfach moderne Programme in einem alten Brett nutzen konnte. Im Nachhinein die erste „Kooperation“ oder „Verbindung“ zwischen Ruud Martin und Mephisto.

Aber der Resurrection sollte nur der Anfang sein. Es folgten so wundervolle und heute legendäre Modulsets und Geräte wie der Revelation I und II oder das Reflection I und II Set.

Moderne Schachträume, mit denen jeder Schachspieler auf seine Kosten kommen konnte und auch noch kann … der Revelation war ein Meilenstein, verband er doch moderne Technik und Programme, neudeutsch auch „Engines“ genannt, mit den alten Klassikern, da viele von ihnen auf seinen Kreationen emuliert werden konnten.

Und was hat das nun mit dem „Mephisto Phoenix“ zu tun?

Nun, 1996 gründeten Manfred Hegener und Ossi Weiner die Firma „Millennium 2000 GmbH Hegener & Weiner“ … auch wenn hier der Schwerpunkt nicht auf Schachcomputern lag, brachten sie immerhin 1998 den „Schachpartner 2000“ auf den Markt … eine furchtbare Kiste, möchte ich anmerken.

Das Thema „Schachcomputer“ hat Ossi nie losgelassen … auch die Freundschaft zu Richard Lang hielt über all die Jahre und so kam im Oktober 2015 der Millennium ChessGenius auf den Markt. Der erste „neuzeitliche“ Schachcomputer einer kommerziellen Firma mit ernstzunehmendem Programm. Verbaut war ein Programm von Richard Lang. Obwohl es „nur“ der Version entsprach, die es auch für diverse mobile Plattformen gibt, war der Computer ein Erfolg und man begann damit, diesen Bereich konsequent auszubauen.

In dieser Zeit gab es auch die ersten Kontakte zu unserer Community, ich lernte Ossi und Thomas kennen und es baute sich ein freundschaftliches Verhältnis auf ... nicht zuletzt mit Hilfe und Input der Community entstanden neue Geräte.

Der bisherige Höhepunkt dessen war und ist der Millennium King, dessen schachliches Hirn von Johan de Koning angetrieben wird. Der King, der 2018 das Licht der Welt erblickte, erreicht nicht nur eine Spielstärke von rund 2500 Elo Punkten, nein, sein Spielstil ist extrem attraktiv und zudem individuell anpassbar, wie bei noch keinem Schachcomputer zuvor.

Die Geschicke bei Millennium leiten mittlerweile Maximilian Hegener und Thomas Karkosch. Vor allem Thomas Karkosch hat sich in den letzten Jahren tief in die Materie „Schachcomputer“ eingearbeitet, nicht zuletzt angetrieben durch Ossi Weiner, der sich mittlerweile zwar aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hat, aber noch immer aktiv mitmischt … ich denke, niemand, der ihn kennt, würde etwas anderes von ihm erwarten.

Aber was hat das alles nun mit dem „Mephisto Phoenix“ zu tun? Ja, ja, ich bin ja dabei … hetzt mich bitte nicht ...

Nachdem man sich bereits vorher bei Turnieren wie Kaufbeuren über den Weg lief und eine große gegenseitige Sympathie herrschte, war es dann 2020, inmitten der globalen Covid-19 Pandemie, soweit: Die größten Akteure im Bereich Schachcomputer entschieden sich, ihre Kräfte zu bündeln und künftig einen gemeinsamen Weg zu gehen … und so kam es zu einer Zusammenarbeit von Millennium und Ruud Martin, dessen Kreationen unter dem Markennamen „Phoenix“ weltweit bekannt wurden …

Derweil hatte Thomas alles unternommen, die alten Markenrechte zum Namen „Mephisto“ wieder zu sichern … was ihm gelang.

Diese sollten dann mit einem echten Paukenschlag wieder das Licht der Welt entdecken, als ideales Event wurde die Vorstellung des ersten gemeinsamen Projektes gewählt.

Und so entstand in den letzten Jahren der Abgeschiedenheit das, was man mit Fug und Recht als eine „Wiederauferstehung“ bezeichnen darf: Der „Mephisto Phoenix“ … wie der legendäre Phönix, der nicht nur für Auferstehung steht, sondern ebenso für Unsterblichkeit, Freiheit, Selbsterkenntnis, Wahrheit und Kraft.

Und so ist der Mephisto Phoenix nicht nur ein Zeichen der Symbiose von Millennium und Ruud Martin, nein, der Mephisto Phoenix will nicht mehr und nicht weniger sein, als das Bindeglied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Neben dem Erbe, das er nicht nur mit seinem Namen „Mephisto“ repräsentiert, möchte er der Begleiter in die computerschachliche Zukunft sein.

Ob dieser hohe Anspruch gelungen ist und er seines Namens würdig erweist, werde ich an dieser Stelle in den nächsten Wochen ergründen … und würde mich freuen, wenn ich euch auf diese Entdeckungsreise mitnehmen kann …

Da der Mephisto Phoenix mehr als nur ein Schachcomputer ist, wird die Vorstellung in mehrere Kapitel unterteilt sein, die ich im wöchentlichen Rhythmus veröffentlichen werde. So ist jeweils auch genügend Zeit, um über die vorgestellten Aspekte zu diskutieren.

In den Kapiteln werde ich auf die verschiedenen Aspekte des neuen Gerätes eingehen, dann selbstverständlich mit Fotos, Zahlen und Fakten … ich möchte euch bitten, euch in Bezug auf Fotos und "harte Fakten" etc. noch ein paar Wochen in Geduld zu üben … glaubt mir, es lohnt sich …

Den Abschluss dieser Reise von der Vergangenheit in die computerschachliche Gegenwart wird ein Blick in die Zukunft werden … denn, wenn der Mephisto Phoenix auf dem Markt kommt, wird er nicht „fertig“ sein … einige Funktionen und Features sind bereits in fester Planung und werden garantiert als (kostenloses) Update kommen … andere Ideen werden bereits intern diskutiert … und sollen dann auch hier diskutiert werden … denn der Mephisto Phoenix ist erweiterbar und soll für jeden nicht nur der perfekte Schachpartner, sondern die perfekte Schachstation sein, entsprechend ist Feedback nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht ...

Mehr kann und darf ich heute noch nicht verraten … aber um euch nicht komplett hängen zu lassen und um ein wenig Spielraum zur Spekulation zu geben, gibt es ein Detail schon heute: Es wird den Mephisto Phoenix mit und ohne Brett geben …

Mehr dazu im nächsten Teil, bei der offiziellen Vorstellung, dann mit Fotos vom echten Gerät ... live, in Farbe und im Betrieb.

Bevor ihr jetzt fragt: Zum genauen Erscheinungstermin des Phoenix und zum exakten Preis kann und darf ich an dieser Stelle noch nichts schreiben, dies werde ich spätestens im letzten Kapitel Mitte September bekanntgeben …

Aber was ich verraten darf: Wer möchte, kann den Mephisto Phoenix dieses Jahr unter dem Weihnachtsbaum vorfinden, versprochen!

Das soll es für heute gewesen sein. Mehr demnächst in diesem Thread … stay tuned … nun bleibt mir nur noch, Danke fürs Lesen zu sagen ...

Viele Grüße,
Sascha
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Re: Der Mephisto Phoenix - mehr als "nur" ein Schachcomputer

Beitrag von Mythbuster »

Urprüngliches Datum 04. August 2022


Hallo zusammen,

nochmals vielen Dank für eure Reaktionen und euer Feedback … nachdem es im ersten Teil einen kleinen Ausflug in die Vergangenheit gab, wir uns dort an Namen und Ruhm der Vergangenheit erinnern durften, soll es jetzt mit der Gegenwart losgehen … bevor wir jedoch die Reise starten, noch ein paar Worte vorab … sorry …

Wie bereits erwähnt, befindet sich die Entwicklung der Auslieferungsversion in den letzten Zügen … alle Seiten hoffen, dass die finale Softwareversion, mit der der Phoenix ausgeliefert werden soll, in den nächsten 14 Tagen fertiggestellt wird … was sich so profan liest, bedeutet nicht mehr, aber auch nicht weniger, als dass dann tatsächlich die Produktion beginnt …

In diesem (vergleichsweise kurzen) Teil geht es um die Hardware und die grundlegenden Funktionen werden mit wenigen Worten vorgestellt. Ich werde heute noch nicht ins Detail gehen, da in der Tat noch größere Änderungen kommen können … hierfür möchte ich euch um Verständnis bitten …

Ebenso wird es heute nur zwei sehr profane typische Produktfotos geben (bitte nicht jetzt scrollen, sondern hier weiterlesen, Danke) … richtige Fotos mit Detailaufnahmen und Screenshots aller möglichen Funktionen folgen dann in den nächsten Teilen. Das liegt einfach daran, dass diese Dinge erst dann veröffentlicht werden sollen, wenn das „finale Design“ des User Interface und der „finale Funktionsumfang“ der Version 1.0 stehen.

Aber auch diese beiden Fotos vermitteln einen grundsätzlichen Eindruck dessen, was da kommen wird und sie beantworten viele Fragen ohne große Worte …

Auch werde ich hier etwas zu den geplanten Verkaufsversionen schreiben … dann weiß jeder von euch, was da kommen wird … nur noch nicht, was es kosten wird … sorry, die endgültigen Preise werden Mitte September veröffentlicht … dann wird Millennium, zusammen mit dem letzten Teil dieser (P)Review, den Phoenix auch offiziell vorstellen … ihr seht, es ist nicht mehr lange hin … und der Vorhang lüftet sich immer mehr ...

Den Abschluss des heutigen Kapitels bildet eine Aussicht auf die restlichen Teile, sowohl inhaltlich, als auch vom Zeitplan.

Nun aber genug der (Vor-) Worte … Zeit, Butter bei die Fische zu bringen, wie man hier im Norden zu sagen pflegt …

Hier nun die weltersten Fotos des neuen Mephisto Phoenix:

Die Vorderansicht:
Vorderseite.jpg
Vorderseite.jpg (48.54 KiB) 5532 mal betrachtet
Die Rückseite:
Rückseite.jpg
Rückseite.jpg (60 KiB) 5532 mal betrachtet
Das Konzept des Mephisto Phoenix ist eine Weiterführung des Systems, welches im Hause Millennium mit dem Genius und danach dem King eingeführt wurde: Brett und Bedieneinheit sind getrennt.

Dies ist ein Konzept, das erstmalig in dieser Form und Konsequenz beim legendären Tasc R30 umgesetzt wurde. Ja, mir ist bewusst, dass auch beim Fidelity Elite Privat oder beim Mephisto ESB Brett und Recheneinheit getrennt waren. Aber der R30 hat praktisch den Schachcomputer komplett revolutioniert, was Bedienung und Funktionsumfang betraf. Diesem Konzept folgte sein Enkel, der Millennium King, der aus meiner Sicht der bis heute beste Schachcomputer überhaupt ist … was sowohl am extrem attraktiven Programm aus der Feder von Johan de Koning liegt, als auch am Funktionsumfang und der individuellen Anpassbarkeit, die bis heute unerreicht sind … für jeden Nachfolger ist die Messlatte extrem hoch …

Natürlich hat das Konzept Nachteile. Der Platzbedarf ist größer, man hat zwei Teile, ggf. zusätzliche Verkabelung. Auf der anderen Seite überwiegen, meiner persönlichen Meinung nach, ganz eindeutig die Vorteile … in einem „all in one“ Gerät ist kein so großes Display möglich, wie es den Entwicklern beim Phoenix vorschwebte, welches notwendig ist, um alle Ideen und Konzepte zu realisieren. Darüber hinaus ist man flexibel bei der Wahl der Brettgröße …

Zudem ist es schon jetzt damit möglich, die Bedieneinheit an ein ggf. bereits vorhandenes Brett anzuschließen … somit ist eine maximale Modularität gegeben, auch in Hinblick auf die Zukunft …

Bevor wir zu den Innereien kommen, ein wenig zum äußeren Gewand des neuen Königs der Schachcomputer …

Die Vorderseite besteht aus Holz und dem Touchscreen aus Glas, die Rückseite ist aus dunklem Kunststoff gefertigt … damit alles auf „sicheren Füßen“ steht und gut bedienbar ist, besteht der Standfuß aus massivem Metall … dies alles trägt nicht nur zur Wertigkeit bei, sondern auch zum stattlichen Gewicht von über 700 Gramm … damit ihr euch ein Bild über die tatsächliche Größe machen könnt, hier die ungefähren Maße: 18 x 13 x 9 Zentimeter …

Ich schätze mal, es ist Zeit, zur Hardware zu kommen, bevor der letzte Leser eingeschlafen ist oder weggeklickt hat … nun gut, kommen wir zu Herz und Muskeln des Mephisto Phoenix.

Ich denke, diejenigen unter euch, die technisch interessiert sind, werden es bereits ahnen … verbaut ist ein Raspberry Pi, genau genommen in der Version 4B. Der Phoenix verfügt über die folgenden technischen Daten:

- Quadcore CPU mit, wie der Name sagt, vier Kernen, die je 1,5 GHz bieten
- 4 GB RAM (Arbeitsspeicher)
- 16 GB Speicher für Programme, Daten und mehr
- WLAN
- USB Anschluss
- Anschluss für Exclusive und Supreme Board (von Millennium, nicht die alten Mephisto Bretter)
- 7 Zoll Touchscreen (farbig) mit einer Auflösung von 1.024 x 600
- Strom gibt es über ein 9 Volt Netzteil.

Diese Hardware sollte alle aktuellen Anforderungen an einen modernen Schachcomputer erfüllen können und darüber hinaus genügend Reserven für das bieten, was geplant ist und ggf. noch aufgrund von Anregungen aus der Community folgen könnte.

Nun einige Worte zur Software, dem Hirn … das, was unsere geliebten Geräte eigentlich ausmacht …

Dazu kann ich, aus den genannten Gründen, jetzt, hier und heute nur wenig schreiben, hier muss ich um Geduld bitten und auf euer Verständnis hoffen.

Der Phoenix hat verschiedene „Betriebsmodi“, wie ich es im Rahmen meiner Review nennen möchte. Wenn man das Gerät einschaltet, kann der Benutzer wählen, in welchen Modus er möchte … es gibt zum Verkaufsstart zwei Modi:

- „Das Spiel gegen den Phoenix“ … hier kann man gegen Native Engines spielen. Damit meine ich Programme, die direkt auf der Hardware des Phoenix laufen und die darauf angepasst sind … alles, was sich hinter dieser „Tür“ befindet, ist die Gegenwart … und auch die Zukunft soll uns hier erwarten …

- „Play Retro Chess“ … ich denke, ihr ahnt es bereits … wer durch diese Tür geht, betritt die Vergangenheit der Schachcomputergeschichte …

Später werden weitere Modi folgen … dazu in den letzten Kapiteln mehr …

Damit sind wir fast am Ende des heutigen Kapitels … zum Anschluss nun der Ausblick auf die restlichen Kapitel und den Zeitplan:

- Kapitel 3 wird sich mit dem Native Bereich beschäftigen. Ich werde die Programme vorstellen, die zum Zeitpunkt der Auslieferung mitgeliefert werden und versuchen, den Funktionsumfang halbwegs adäquat zu umreißen. Dies wird der vermutlich umfangreichste Teil, da hier viele neue und interessante Konzepte eingeflossen sind, die eine genauere Betrachtung verdienen …

Wenn alles glatt geht und ich die Freigabe erhalte, wird der dritte Teil zwischen dem 15. und 20. August online gehen. Der Grund ist einfach: Ich möchte zur Untermalung und Darstellung viele Screenshots posten, hierfür muss aber die endgültige Bedienoberfläche auf dem Gerät sein … ich denke, es ist nachvollziehbar, dass ich hier nichts posten kann, so lange noch nicht alles „final“ ist.

- Kapitel 4 folgt ca. eine Woche später: Hier geht es um Stellungstests und Beispielpartien. So kann sich der geneigte Leser ein Bild über das machen, was ich in Kapitel 3 angekündigt und vorgestellt habe.

- Kapitel 5 folgt eine weitere Woche später und wird eine Reise in die „Vergangenheit“ … wie ihr euch denken könnt, es geht ums Retroschach, also um Emulationen alter Schachcomputer … dort werde ich alle Emus aufführen, die zum Verkaufsstart dabei sein werden, etwas zum Funktionsumfang schreiben, sowie die Geschwindigkeiten der einzelnen Emulationen.

- Kapitel 6 hat als Schwerpunkt einen Modus, der definitiv kommen wird, der sich derzeit jedoch noch im „alpha Stadium“ befindet: Das online Spiel. Der Phoenix wird in der Lage sein, ohne weitere Hilfsmittel direkt das Spiel im Netz zu ermöglichen.

Darüber hinaus werden einige Dinge angerissen, die das „Paket Mephisto Phoenix“ abrunden und ihn zur Schachstation der Zukunft machen sollen. Das betrifft Updatemöglichkeiten und ein „Shopsystem“, das es ermöglicht, neue Programme oder auch andere Inhalte zu einem späteren Zeitpunkt zu erwerben …

- Den Abschluss bildet dann Kapitel 7 … hier geht es dann um Ideen und Pläne der Zukunft … außerdem soll hier auch das Team hinter dem Mephisto Phoenix vorgestellt werden … die Gesichter derer, die ihn entworfen haben, ebenso wie die, die Ideen umgesetzt haben und auch das Testteam wird nicht vergessen.

Wie ich am Anfang bereits schrieb, wird dieser Abschluss zeitgleich mit der offiziellen Vorstellung des Mephisto Phoenix auf den Seiten von Millennium passieren … dann werde ich hier auch alle offiziellen Preise und das Lieferdatum nennen …

Was ich aber bereits jetzt schon verraten darf und wie ich es bereits am Anfang versprach, nun noch zum Lieferumfang. Es wird den Mephisto Phoenix am Anfang in drei Ausstattungsvarianten geben:

- Die reine Bedieneinheit zum Anschluss an vorhandene Bretter

- Den Phoenix mit dem Exclusive Brett als Bundle

- Den Phoenix mit dem Supreme Board als Bundle.

Eine Besonderheit möchte ich noch erwähnen: In den Bundleversionen sind die Bretter farblich perfekt auf die Bedieneinheit des Phoenix abgestimmt und die hellen Felder werden hier den Farbton des Phoenix haben.

Zeitgleich soll das letzte Kapitel nicht nur einen Abschluss bilden, sondern auch ein Anfang sein. Der Anfang zum Austausch über das Gerät, seine Funktionen … aber auch über die Wünsche der User … denn das Feedback soll und wird einen direkten Einfluss haben, welche Inhalte und Features in das Gerät künftig einfließen werden …

Thomas Karkosch hat mir zugesichert, nicht nur aktiv hier zu lesen, sondern darüber hinaus auch selbst ein Feedback auf Wünsche und Reaktionen abzugeben … ein echter Dialog oder mit anderen Worten: Wir alle haben es mit in der Hand, die Zukunft des Gerätes auf eine Art und Weise zu gestalten, die es so noch nicht bei einem Schachcomputer gegeben hat …

Das soll es für heute nun endgültig gewesen sein … allen, die es bis hier geschafft haben, danke ich für ihre Ausdauer und Geduld … ich hoffe, das Lesen hat euch ein wenig Spaß gemacht.

Bis zum nächsten Teil,
Sascha
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Re: Der Mephisto Phoenix - mehr als "nur" ein Schachcomputer

Beitrag von Mythbuster »

Ursprüngliches Datum 20. August 2022

Hallo zusammen,
bevor es mit der (P)Review weitergeht und nun endlich „Butter bei die Fische“ kommt, einige wichtige Sätze zur Einleitung.

Es ist unglaublich schwierig, für dieses Gerät eine angemessene Review zu schreiben, aus vielerlei Gründen. Einerseits liegt die Messlatte nach dem King Element unglaublich hoch. Seit dem King ist viel Zeit vergangen. Dazu kommt, dass zusätzlich Ruud Martin in das Projekt involviert ist. Wer seine unglaublichen Geräte kennt oder gar sein Eigen nennt, hat natürlich sehr große Erwartungen. Dazu kommt die Reanimation der Marke „Mephisto“, die in jedem Fan alter Schachcomputer positive Erinnerungen weckt. Viele Mephistos haben Maßstäbe gesetzt, sowohl, was die Spielstärke betrifft, aber auch im Bereich Innovationen.

Kann dem ein neues Gerät überhaupt gerecht werden? Ich denke, jeder von uns hatte / hat seine eigenen Erwartungen und Wünsche in einen neuen Schachcomputer, der nicht mehr und nicht weniger als die Zukunft des Schachcomputers sein möchte.

Aus all diesen Gründen habe ich lange darüber nachgedacht, wie ich diese Review gestalten soll … das ist nicht einfach. Es lässt sich fast nicht vermeiden, Vergleiche zu Reflection oder Revelation zu ziehen. Das ist jedoch aus verschiedenen Gründen unfair und nicht zielführend. Und natürlich ist die Perspektive eines Rev II Besitzers auf dieses Gerät anders als die eines Neukäufers. Die eines Selbstspielers anders als die eines Sammlers oder einer Person, die gerne Schachcomputer gegeneinander antreten lässt.

Ich habe mich dazu entschieden, Vergleiche zu anderen Schachcomputer zu unterlassen, soweit es möglich ist. Es wird Erwähnungen geben, diese stellen dann jedoch ausdrücklich keine Wertung in Bezug auf „besser oder schlechter“ dar!

Was diese (P)Review noch schwieriger macht: Der Phoenix ist noch nicht final … wie Thomas und ich in einem Telefonat feststellten, befinden wir uns „am Anfang der Reise“ … das bedeutet, dass ich euch in den nächsten Wochen noch nicht alles verraten kann bzw. darf, was ich weiß … was meinen Blick aufgrund meines Insiderwissens aber natürlich beeinflusst.

In den nächsten Teilen werde ich deshalb oftmals betonen, dass es sich um den aktuellen Stand handelt … und ggf. auf mögliche Änderungen oder Erweiterungen hinweisen. Denn in einigen Bereichen wird es noch zusätzliche Inhalte geben, aber bis da alles „final“ ist, muss ich in Bezug auf konkrete Aussagen um Geduld bitten.

Manches von dem, was noch kommen wird, wird mit der offiziellen Ankündigung Mitte September hier veröffentlicht … was ich schon jetzt sagen kann: Es gibt für einige Dinge feste Zeitpläne … die reichen bis zum Frühjahr 2023.

Bei meinem Telefonat am Freitag bin ich mit Thomas Karkosch so verblieben, dass es in Bezug auf den Verkauf wie folgt laufen wird: Wer ab Mitte September den Phoenix vorbestellen wird, bekommt das Gerät zu einem Einführungspreis. Das bedeutet für den Käufer, er spart Geld, wird aber auf einige Features warten müssen … dies ist ein Angebot an alle, die die Reise mit dem Phoenix vom ersten Tag an begleiten möchten und Thomas, Ruud und dem ganzen Team vertrauen.

Wer nicht „die Katze im Sack“ kaufen will, kann natürlich gerne warten, bis alles, was bis Mitte September hier angekündigt wurde, auch umgesetzt ist … zahlt dafür dann jedoch entsprechend mehr. Ich denke, das ist ein extrem fairer Deal.

Ich kann versichern, der Phoenix wird bei Auslieferung ein „vollständiger Schachcomputer“ sein, keine Sorge …

Die genauen Konditionen und Abläufe wird mir Thomas mitteilen, wenn es Mitte September losgeht.

Zum Schluss dieser Einleitung noch zwei Dinge: Es sollte jedem klar sein, dass ich die Hardware für diese Review gestellt bekommen habe. Falls ein Gastleser es noch nicht wissen sollte: Ich teste die Geräte von Millennium als Betatester. Ich bekomme dafür kein Geld, ich mache dies rein aus Hobby.

Ich weiß, dass sich eine Review sachlich rein auf die Fakten beschränken sollte. Das war und ist noch nie mein Anspruch gewesen. Ich habe schon immer meine ehrliche Meinung geschrieben, auch wenn Thomas oder Ossi nicht immer glücklich darüber waren … ich werde versuchen, meine Meinung immer gesondert zu kennzeichnen.

Sollte es zu den jeweiligen Themenkomplexen der nächsten Teile Fragen geben: Nur zu … der Phoenix ist so komplex, dass ich mit Sicherheit nicht alle Funktionen oder Möglichkeiten hier niederschreiben werde … soweit ich kann und darf, werde ich alle Fragen ab sofort zu den bereits veröffentlichten Teilen beantworten … so, nun geht es wirklich los …


Mittlerweile ist ein „Pre Production Sample“ bei mir eingetroffen, früher nannte man das auch „Vorproduktion“ oder „Nullserie“ … ein Gerät, das der späteren Serie entsprechen soll … wir sehen, wir nähern uns dem Ziel in immer größeren Schritten an.

Bisher konnte ich nur in Form von Spezifikationen über den Phoenix schreiben, was nicht verwunderlich ist, denn Prototypen entsprechen in der Regel nicht dem Seriengerät … nun aber kann und werde ich zunächst einmal etwas mehr zum Gerät und der Bedienung schreiben.

In den nächsten Tagen folgen dann weitere Beschreibungen der aktuellen Native Engines, ihrer speziellen Eigenheiten und ich gehe auf besondere Features und Funktionen ein.

Ich werde unmöglich alles im Rahmen dieser P(Review) hier schreiben können und werde mich auf das beschränken, was aus meiner Sicht besonders wichtig ist.

Einige Anmerkungen muss ich im Vorwege noch loswerden … alle Angaben zur Software, die ich in den nächsten Wochen mache, betreffen die jeweils aktuellen Beta Versionen. Bei einigen Punkten steht bereits fest, dass sie noch geändert bzw. verbessert werden, entweder noch vor dem Produktionsstart oder mit einem Update. Wie bereits zuvor erwähnt ist es sehr wahrscheinlich, dass auf die neuen Besitzer direkt ein „Day one Patch“ wartet … keine Sorge, Updates oder auch zusätzliche Inhalte lassen sich sehr einfach über den USB-Anschluss oder direkt per WLAN / Internet installieren.

Aber fangen wir mit den Äußerlichkeiten an … wenn auch schon im letzten Teil benannt, trotzdem noch einmal die wesentlichen Daten und Fakten …

Die Maße: 18 x 13 x 9 Zentimeter, das Gewicht beträgt rund 700 Gramm.

Hier nun einige Fotos:
Gehaeuse vorn.jpg
Gehaeuse vorn.jpg (78.55 KiB) 5529 mal betrachtet
Die Vorderseite. Bitte beachten, auf dem Display ist eine Schutzfolie, das Display ist makellos und scharf.
Logo.jpg
Logo.jpg (71.42 KiB) 5529 mal betrachtet
Das Logo. Man kann gut erkennen, dass es sich um den alten, vielen Schachcomputerfans wohlbekannten, Schriftzug handelt. Nur die Farbe entspricht jetzt dem Goldton, der auch die bisherigen Geräte von Ruud zierte.
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Gehaeuse Seiten.jpg (75.85 KiB) 5529 mal betrachtet
Die Seitenansicht. Hier gibt es nicht viel zu sehen.
Gehaeuse Rueckseite komplett.jpg
Gehaeuse Rueckseite komplett.jpg (143.45 KiB) 5529 mal betrachtet
Die Rückseite. Neben einem zweiten Logo sind Lautsprecher und Lüftungsgitter gut zu erkennen.
Gehaeuse Rueckseite.jpg
Gehaeuse Rueckseite.jpg (92.46 KiB) 5529 mal betrachtet
Die Rückseite mit den Anschlüssen. Von links nach rechts: Ein USB-Anschluss. Hier können entweder Updates oder andere Dinge eingespielt werden oder auch Partien Richtung PC übertragen werden. Es folgt der typische DIN-Stecker, der zur Verbindung mit den bisherigen Brettern aus dem Hause Millennium genutzt wird. Daneben der Anschluss für das 9 Volt Netzteil. Auf der rechten Seite befindet sich noch ein (versenkter) Reset Knopf sowie eine Power LED.
Gehaeuse unten.jpg
Gehaeuse unten.jpg (63.6 KiB) 5529 mal betrachtet
Ein Blick von unten. Gut zu erkennen der massive Metallfuß und die beiden großen Gummileisten, die dem Phoenix einen sicheren Stand verleihen.
Vergleich.jpg
Vergleich.jpg (107.37 KiB) 5529 mal betrachtet
Da nackte Maße oftmals nicht aussagekräftig genug sind, zum Abschluss noch ein Vergleich zum King Element. Würde man das Element aufrecht stellen, hätte es fast die gleichen Maße. Ich denke, anhand dieses Fotos kann man gut erkennen, dass der Phoenix auf gar keinen Fall „zu wuchtig“ ist, ganz im Gegenteil.
Netzteil.jpg
Netzteil.jpg (135.46 KiB) 5529 mal betrachtet
Das Netzteil. Das Netzteil macht einen wertigen Eindruck. Es liefert 9 Volt / 4A … also maximal 36 Watt. Mehr als genügend Leistung für den Phoenix. Ich mag diese „zweigeteilten“ Netzteile, da man nicht nur ggf. das Anschlusskabel leicht gegen ein etwas längeres Kabel tauschen könnte, sondern auch, weil man den schmalen Stecker gut in jede Steckdosenleiste bekommt, was nicht bei jedem Steckernetzteil der Fall ist.

Zum Abschluss noch einmal die technischen Daten. Angetrieben wird der Phoenix von einem Raspberry Pi 4B:

- Quadcore CPU mit vier Kernen zu je 1,5 GHz
- 4 GB RAM (Arbeitsspeicher)
- 16 GB Speicher für Programme, Daten und mehr
- WLAN
- USB Anschluss
- Anschluss für Exclusive und Supreme Board
- 7 Zoll Touchscreen (farbig) mit einer Auflösung von 1.024 x 600.

Da diese Frage mit Sicherheit kommen wird, hier gleich die Antwort: BT ist theoretisch verbaut, ist aber nicht aktiviert. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass es hier in einem späteren Update noch Änderungen geben wird.

Daraus ergibt sich, dass als Bretter zum Zeitpunkt der Auslieferung lediglich die Millennium Exclusive und Supreme Bretter angeschlossen werden können. Das eOne, welches bekanntlich über BT Kontakt zur Außenwelt sucht, wird zu diesem Zeitpunkt (noch) nicht unterstützt, was ich persönlich schade finde, aber aufgrund der Fakten nachvollziehen kann. Der Hintergrund hier: Das eOne verfügt bekanntlich über keine Figurenerkennung. Daraus ergeben sich bei der Umsetzung einige Probleme, die sich nur mit einem größeren Aufwand beseitigen ließen. Als Beispiel sei hier lediglich auf die Problematik beim Stellungsaufbau verwiesen: Ohne eine Figurenerkennung müsste dieser komplett neu bzw. alternativ gestaltet werden … und das ist nur eines der Probleme.

Thomas Karkosch schließt eine spätere Unterstützung des eOne nicht aus, wobei klar gesagt werden muss, dass dies auch davon abhängig ist, ob es von Seiten des Kundenfeedbacks einen größeren Bedarf hierfür gibt. Und es muss schon jetzt gesagt werden, dass diverse andere Funktions- / Inhaltserweiterungen mit größerer Priorität auf der To do Liste stehen.

Da wir beim Thema Brett sind: Stand heute benötigt man für das Spiel mit dem Phoenix ein Brett. Ein „Stand alone“ Betrieb ist aktuell nicht möglich, auch hier gibt es interne Diskussionen, dies zu ändern. Aber auch hier gilt das zuvor geschriebene Wort …

An dieser Stelle meine subjektiven Eindrücke zum Phoenix, was die Hardware betrifft. Das Gehäuse macht einen durchweg wertigen Eindruck, sowohl optisch als auch haptisch. Alle Materialien sind hochwertig, die Verarbeitung des „Nullseriengerätes“ ist bereits sehr gut. Gestaltung und Farbgebung gefallen mir persönlich sehr gut, alles ist aus meiner Sicht sehr stimmig. Ehrlich gesagt bin ich sogar froh darüber, dass es nicht beim klassischen roten Mephisto Schriftzug geblieben ist, sondern der goldene Ton aus dem Hause Ruud Martin … das passt einfach besser, rot hätte ich hier sogar als störend empfunden. Der stabile Metallfuß verleiht dem Ganzen dann noch das kleine „Extra“ und sorgt zudem für einen sicheren Stand.

Der Bildschirm ist scharf und was für einen Touchscreen wesentlich wichtiger ist: Er ist sehr sensibel. Denn nichts ist schlimmer, als ein Touchscreen, der nicht bei leichter Berührung zuverlässig und flüssig funktioniert … und davon gibt es da draußen mehr als genug … gut, dass das hier nicht der Fall ist. Alles ist leichtgängig und so, wie man es sich wünscht.

Einige von euch haben ja schon mit der inneren Hardware, also einem Raspberry Pi 4 Erfahrungen gemacht … siehe dazu das PicoChess Web Projekt hier im Forum. Wer sich mit den Teilen auskennt, der weiß, dass die Biester zwar sehr leistungsstark sind, aber auch sehr heiß werden … und einen aktiven Lüfter benötigen. Meine größte Sorge war somit stets, dass hier eine neue „Mephisto Turniermaschine“ entsteht, die zwar bärenstark ist, dafür aber so laut wird, dass es keinen Spaß macht, davor zu sitzen, wenn man in einer ruhigen Umgebung eine ernsthafte Partie Schach spielen möchte … und leider habe ich auch schon laute Raspberry Pi 4 erlebt …

Das Development Team hat dies bedacht und viel Aufwand betrieben, dass der Spieler nicht gestört werden soll. Nach nun einigen Tagen mit dem Vorseriengerät kann ich hier Entwarnung geben … das Entwicklungsteam hat ganze Arbeit geleistet und die ausgewählten Komponenten funktionieren im Zusammenspiel optimal. Um das zu verdeutlichen: Es gibt nicht einfach nur ein starres „ein oder aus“ beim Lüfter, es gibt sieben Stufen, die entsprechend der CPU-Temperatur gesteuert werden. Der aktive Lüfter unterstützt die passive Kühlkomponente. Das Ergebnis ist beeindruckend: Selbst im Dauerbetrieb unter maximaler Last kam ich nie auf über 63 Grad Celsius … das ist für diese CPU unter diesen Bedingungen ein vergleichsweise geringer Wert … und das ist nicht alles … der Lüfter läuft dann lediglich auf Stufe 3. Das ist zwar hörbar, aber nur, wenn man sehr dicht am Gerät ist. Ich habe durchaus ein gutes Gehör und möchte es beim Spielen ruhig haben, siehe der Umbau meiner TM … und ich kann sagen: Ich fühle mich nicht gestört. Sehr schön.


Ein schönes Detail: In der Diagnoseübersicht bekommt man stets alle wichtigen Informationen, die relevant sind. Angefangen bei der CPU-Temperatur und dem Lüfterzustand bis zum WLAN-Netzwerk (inkl. Geschwindigkeit und Verbindungsqualität) … das schaut dann so aus:

Hinweis: Alle folgenden Darstellungen sind (zusätzlich verkleinerte) Screendumps und keine Fotos! Im Original ist der Bildschirm scharf!
Screen System.jpg
Screen System.jpg (86.76 KiB) 5529 mal betrachtet
Die Systeminfos.


Wo wir bei den Systemeinstellungen sind … diese sind vielfältig und in einem eigenen Bereich sauber sortiert untergebracht:
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Hier lassen sich alle möglichen Einstellungen vornehmen. Angefangen bei Ton und Lautstärke über die Sprache bis zum WLAN.

Eine wichtige Anmerkung: Wie ihr bei manchen Bedienelementen sehen könnt, ist dort jeweils eine blaue „LED“ aktiv, wie hier zum Beispiel bei „WiFi“ … das bedeutet, dass diese Schalter „eingeschaltet“ bzw. die entsprechende Funktionen ausgewählt oder aktiv sind. Klingt kompliziert, ist es aber nicht.


Wenn man den Phoenix das erste Mal einschaltet, gibt es direkt die Möglichkeit, eine Sprache auszuwählen … hier hat man die Wahl zwischen deutsch, englisch, niederländisch, französisch und spanisch. Danach kann der ungeduldige neue stolze Besitzer direkt loslegen und landet direkt im „Comfort Modus“:
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Im Comfort Menu sind oben drei aktive Engines, darunter sogenannte „Profile“, die jeweils individuell für diese Engines erstellt wurden. In diesem Beispiel ist „Shredder“ ausgewählt … und als Profil ein „adaptives Spiel“. Für jede Engine sind interessante Profile bereits vorinstalliert … wem die nicht gefallen … kein Problem, man kann sich jederzeit eigene Profile erstellen … zu einem Profil gehören Einstellungen der Spielzeit, der Spielstärke … aber auch Funktionen, die nur die jeweilige Engine besitzt. Und wer die ursprünglichen Profile wiederherstellen möchte, auch das ist kein Problem. Welche Möglichkeiten es da gibt, dazu in ein paar Tagen mehr, wenn es um die Engines geht … heute wollte ich euch nur bereits dieses Menu vorstellen …


Wer sich nun für ein Profil entschieden hat oder auch manuell eine neue Partie nach eigenen Wünschen frei konfigriert hat, landet auf dieser Oberfläche, wo man vermutlich die meiste Zeit verbingen wird:
Screen Play.jpg
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Der Einfachheit halber hier mal alle Elemente in Nummern:

1.) Mit der Home oder Menu Taste kommt ihr immer wieder auf den Kontrollbildschirm … drückt man noch einmal, geht es ins das Basis Menu, wo ihr die Betriebsarten auswählen könnt, wie Retroschach, den Native Bereich oder online Spiel.

2.) Der WiFi Schalter. Hier kann man WLAN ein- oder ausschalten.

3.) Preview: Hier geht es immer jeweils eine Ebene in den Menus zurück … warum diese Taste wichtig ist, werdet ihr im nächsten Teil sehen, wenn es in die Tiefen geht.

4.) System Settings: Hier geht es zu den Systemeinstellungen.

5.) Comfort Menu … ihr ahnt es … yep, hier kommt ihr in das Comfort Menu.

6.) Mit der Modus Taste wählt ihr den Spielmodus: Einspieler, Zweispieler, Analyse, Stellungseingabe. Von dort kann man auch eine neue Partie starten … wobei das auch geht, indem man einfach die Figuren in Grundstellung bringt.

7.) Move: Entweder kann man hier den Computer zwingen, direkt zu ziehen, wenn er grad rechnet … oder man wechselt so die Seite …

8.) Hint: Hier gibt der Computer einen Zughinweis … als Cheatmode.

9.) Back: Man kann es ahnen, hier wird der Zugrücknahme Modus aktiviert. LEDs zeigen jeweils an, was wie gezogen werden soll … ein weiterer Druck auf die Taste beendet diesen Modus … natürlich kann man auch direkt auf dem Brett Züge zurücknehmen.

10.) Chess Settings: Da wird es im nächsten Teil so richtig interessant … denn hier kann man einerseits so profane Dinge wie Spielstufen, Zeiten, Stärke etc. einstellen … aber auch die verschiedensten Dinge der jeweiligen individuellen Engine. Im nächsten Teil werde ich auf die dortigen Möglichkeiten umfassend eingehen.

11.) Die Infobox: Hier werden der Name der aktiven Engine, die Zeiteinstellungen, und im Falle von Shredder die adaptiven Elo-Bewertung angezeigt … jeweils für Computer und Spieler. Schon hier sei erwähnt, dass Shredder in der Lage ist, das Spiel seines Besitzers zu bewerten … und dies über viele Spiele hinweg … auch dazu im nächsten Teil mehr.

12.) Die Statusbox: Hier gibt es, abhängig von der Situation, Systemmitteilungen.

13.) Das Schachbrett: Hier sieht man die jeweils aktuelle „Soll Stellung“ … unter dem Brett werden die geschlagenen Figuren aufgelistet.

14.) Der Bewertungsbalken. Hier wird entweder eine Bewertung der klassischen Art gezeigt, die auf Bauerneinheiten basiert oder aber als Gewinnwahrscheinlichkeit … was es damit genau auf sich hat, dazu mehr, im nächsten Teil, wenn es um die Engines geht.

15.) Uhr für die weiße Seite, abhängig von Spielstufe / Zeitkontrollen.

16.) Uhr für die schwarze Seite, abhängig von Spielstufe / Zeitkontrollen.

17.) Seite am Zug: Hier wird grafisch angezeigt, welche Seite am Zug ist (weißes oder schwarzes Viereck) sowie die aktuelle Spielrichtung (Dreieck)

18.) Notationsfenster: Hier werden die letzten acht Züge angezeigt.

19.) Die Analyse-Box: Zeigt all die klassischen Dinge an, die man so kennt: Rechentiefe, Stellungsbewertung etc. pp. … was angezeigt wird, lässt sich über die Display-Einstellungen konfigurieren.


Puh, ihr seht, die Kiste ist doch ein klein wenig umfangreicher und komplexer ... und wir sind immer noch beim Anfang aller Möglichkeiten.


Zum Abschluss des heutigen Teils nun noch ein kurzes Wort zu den derzeitigen Engines des Native Bereichs.

Ich weiß genau, welche Frage jetzt von euch kommt … dazu einige Worte.

Aufgrund der Pandemie bin ich in das Projekt als Tester etc. erst sehr spät eingestiegen, da meine Frau und ich komplett eingespannt waren und ich einfach nicht die Zeit hatte … nicht zuletzt war ich auch hier im Forum weit weniger anwesend, Schach trat zwei Jahre ziemlich in den Hintergrund.

Thomas informierte mich zwar immer mal wieder in groben Zügen, aber nicht im Detail …

Als sich das änderte und ich wieder aktiv wurde, war meine erste Frage: Welche Geschwindigkeit haben der King und Genius … ich habe nicht gefragt, ob die mit drin sind, ich hielt es für selbstverständlich …

Die Antwort, die ich bekam, hat mich zunächst ziemlich enttäuscht … weder der King noch Genius sind am Start …

Thomas erklärte es mir dann in Ruhe: Weder der Genius noch der King basieren auf UCI … und hier haben wir ein System, das im Native Bereich auf das UCI Protokoll setzt … leider hat Johan de Koning nie eine seiner King Versionen als UCI Version entworfen … laut seiner Aussage wäre es mit einem sehr großen Zeitaufwand verbunden und diese Zeit hatte er nicht.

OK, das ist etwas, das man (gezwungenermaßen) akzeptieren muss. Das Thema der King Engine habe ich immer und immer wieder zur Sprache gebracht … ich kann bekanntlich stur und penetrant sein.

Für die Zukunft ist es nicht völlig ausgeschlossen, dass es eine King Engine auf dem Phoenix geben wird. Aber nicht im Rahmen eines kostenlosen Updates, sondern dann als käufliche Geschichte … dazu muss es aber das entsprechende Feedback geben und vor allem muss Johan das dann entscheiden. Insofern kann ich nur sagen, dass man hier einfach abwarten muss …

Allerdings leake ich schon einmal in der Form, dass ich sagen kann: So ganz auf einen „echten King“ werdet ihr nicht verzichten müssen … dazu dann zu gegebener Zeit mehr …

Zum Abschluss für heute noch die Antwort auf die Frage, die wohl allen auf den Nägeln brennt … was ist denn nun wirklich drin?

Stand heute sind vorhanden:

- Shredder in der exklusiven 13.5 Version mit NNUE!
- Hiarcs
- Komodo
- Stockfish 15

Aber … dabei wird es nicht bleiben … mehr dazu Mitte September.

Das soll es für heute gewesen sein … im Laufe der nächsten Woche geht es dann direkt weiter … immer noch mit dem Native Teil und seinen Möglichkeiten, die so zum Teil in dieser Form in einem Schachcomputer noch nicht dagewesen sind.

Danke fürs Lesen und viele Grüße,
Sascha
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Re: Der Mephisto Phoenix - mehr als "nur" ein Schachcomputer

Beitrag von Mythbuster »

Ursprüngliches Datum 27. August 2022

Hallo zusammen,

heute komme ich zu dem Teil, der für (spätere) Käufer des Phoenix mal optional sein soll, aber auf den hier vermutlich jeder wartet: Das Retroschach bzw. die Emulationen alter Schachcomputer.

Eigentlich sehr unfair, wenn man sich den Nativeteil und seine Möglichkeiten anschaut ... aber ehrlich gesagt ging es mir ähnlich …

Bis ich dann den Prototypen in den Händen hielt. Während ich mit dem Revelation die Emulationen zu 98% nutzte und maximal einen Blick auf Hiarcs mit der 1% Einstellung warf, sieht es hier tatsächlich komplett anders aus …

Nicht nur aufgrund der sehr übersichtlichen Darstellung auf dem Display und dem gut gemachten User Interface, nein auch aufgrund all der Möglichkeiten zur Individualisierung verbringe ich mindestens 30% oder mehr im Native Teil.

Als Selbstspieler werden hier einfach viele Möglichkeiten geboten, dazu spielt der neue Shredder mit NNUE einfach sehr, sehr attraktiv und natürlich … aber gut … ich schweife ab, wieder einmal ... kommen wir also zum „Retroschach“ …

Seit 2008 gibt es in den Kreationen von Ruud die Emulation großer bekannter Schachcomputer. Es begann damit, dass ich den Kontakt zwischen meinem Freund Richard Lang und Ruud herstellte. Ich berichtete Richard von der Idee und er war direkt begeistert von der Vorstellung, dass auf diese Art Fans seiner Kunst wieder in den Genuss selbiger kommen könnten. Ich begleitete das Projekt als Betatester und erlebte Höhen und Tiefen, über die ich heute lieber das Tuch des Schweigens lege …

Das Ergebnis war für damalige Verhältnisse eine Sensation: In einem Schachcomputer oder einem Modulset, das man in den alten Mephisto Brettern betreiben konnte, vereinten sich die WM-Programme Amsterdam bis Vancouver, dazu der London. Besitzer eines Mephisto Glasgow konnten sich diesen auch von Ruud aktivieren lassen.

Obwohl es damals nur eine feste Geschwindigkeit gab (sie lag knapp über der eines 68.020), war es eine echte Sensation. Ich denke, niemand, nicht einmal Ruud, ahnte, was das letztendlich auslösen würde.

2010 und 2011 kamen dann auf dem Revelation noch weitere Emus hinzu, dieses Mal von Ed Schröder und David Kittinger. Für viele Fans der alten Geräte ein absoluter Schachtraum, aber es gab auch Gegner: So gab es Sammler, die Angst hatten, dass der Wert ihrer „Originale“ fallen würde, wenn nun zusätzlich solche „Emulationen“ den Markt „fluten“ … nun, diese Spekulanten (überflüssig wie ein Kropf aus meiner Sicht) lagen falsch … die Preise für gut erhaltene Originale sind seit damals nicht gefallen, im Gegenteil … aber das ist dann wieder eine andere Geschichte.

2013 schlug Ruud dann mit dem Revelation II das nächste Kapitel der Geschichte auf. Neben einem größeren Display und mehr Leistung kam ein neues Feature hinzu, das aus heutiger Sicht nicht mehr wegzudenken ist: Die Speedbar. Ich weiß nicht mehr, ob die Idee von Micha oder mir kam, wir haben damals gemeinsam den Revelation II getestet und waren von der Leistungsfähigkeit beeindruckt.

Allerdings waren wir der Meinung, dass es hilfreich wäre, nicht nur „Full Speed“ haben zu können, sondern, sowohl im Native Bereich wie auch im Bereich der alten Schachcomputer die Leistung begrenzen zu können … im Idealfall auf die Originalgeschwindigkeit der alten Recken.

Ein Feature, das für jeden, der selbst gegen die Programme antreten will, extrem wichtig ist: Kann man so doch die Spielstärke wirkungsvoll begrenzen, ohne die künstliche Intelligenz mittels „künstlicher Dummheit“ zu beschneiden.

Nachdem im Laufe der Jahre weitere Klassiker der Schachcomputer Geschichte wie der R30 hinzugekommen sind, wurde der Revelation II wohl zum besten Schachcomputer seiner Zeit. Die Figurenerkennung des verwendeten DGT Brettes erlaubte dann sogar die Emulation des legendären Tasc R30, leider nur mit ca. 7 MHz … aber immerhin.

2019 erfolgte ein Upgrade auf die Anniversary Edition, die die Hardware deutlich beschleunigte. So liefen Schachcomputer, die auf dem 6502 basierten, nun mit rund 55 MHz, die 68.030er mit sensationellen 118 MHz und der R30 wurde auf 13 MHz beschleunigt.

In einer Welt, in der ein PC praktisch nach dem Kauf veraltet ist, ist es beeindruckend, dass der Rev II noch heute seinen Titel als „bester Schachcomputer“ innehat. Damit möchte ich die Exkursion in die Geschichte der Emulationen beenden ...

Ich denke, einen wesentlichen Anteil am Erfolg aller Geräte von Ruud haben diese Emulationen … folglich lag es auf der Hand, dass ein neuer Schachcomputer, der aus der gemeinsamen Feder von Millennium und Ruud Martin entspringt, auch diesen Bereich abdecken will.

Ich gebe zu, dass hier meine Erwartungen weit, weit größer waren als auf dem Native Bereich, der mich nicht nur positiv überrascht, sondern auch (bis auf die genannten Kleinigkeiten, die hoffentlich kurzfristig noch ergänzt werden) überzeugt hat.

Und ich wage die Vermutung, dass es vielen hier in der Community ähnlich geht … nun … bevor es jetzt richtig losgeht, ein wichtiges Vorwort:

Alles, was ich beschreibe, ist der aktuelle Status! Das betrifft sowohl das Layout als auch den Inhalt. Mehr Informationen wird es hier Mitte September geben … ich bitte euch, davon abzusehen, mir diesbezüglich Fragen per PN zu stellen … ich werde sie eh nicht beantworten!


Nun zu den Fakten. So ein Emulationspaket ist nicht so einfach, wie man es vielleicht meinen möchte ... das betrifft nicht nur die technische Seite, sondern auch andere Aspekte. So müssen hier zum Beispiel die Rechte der Autoren der ursprünglichen Schachcomputer berücksichtigt werden. All das gestaltet sich in der praktischen Durchführung komplexer und schwieriger, als man sich das im Vorewege denkt oder erhofft ...

Zum Marktstart gibt es ein Emulationspaket. Dieses umfasst die folgenden 20 Klassiker der Schachcomputer Geschichte:

Autor Richard Lang: Mephisto Amsterdam, Dallas, Roma, Almeria, Portorose, Lyon, Vancouver, London.

Autor Johan de Koning: Saitek Risk 2500, Mephisto Montreux, Tasc King V2.20, 2.23 & 2.50.

Autor Ed Schröder: Mephisto Rebell 5.0, MM IV, MM V, MMV (5.1), Polgar, Tasc R30 Gideon.

Autoren Elmar Henne & Thomas Nitsche: Mephisto Glasgow.


Wenn man den Mephisto Phoenix einschaltet und "Play Retro Chess" auswählt, gelangt man auf den folgenden Bildschirm:
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Das Auswahlfenster wird Besitzern eines Revelation II bzw. eines Reflection Sets bekannt vorkommen.

Das gilt ebenso für die derzeit verwendeten Abkürzungen der Programmnamen

RS: Saitek Risk 2500, MN: Mephisto Montreux, G2: Tasc Gideon 2.1, K2, K3, K5:, Tasc King Versionen 2.20, 2.23, 2.50
RB: Mephisto Rebell 5.0, M4: Mephisto MM IV, M5: Mephisto MM V, M5: Mephisto MM V (5.1), PL: Mephisto Polgar
GL: (Mephisto) Glasgow, AM: Amsterdam, DA: Dallas, RO: Roma
AL: (Mephisto) Almeria, PO: Portorose, LY: Lyon, VA: Vancouver, LO: London

Anmerkung: Die Programme Almeria bis London laufen sowohl mit 512kB RAM als auch mit 3 MB, was sogar über dem Stand einer TM 36 MHz hinausgeht, die lediglich über 2 MB verfügt.


Ich gebe zu, ich bin mit diesem Menu nicht besonders glücklich und das habe ich auch so kommuniziert. Ich denke, 2022 sind solche Abkürzungen nicht mehr angemessen, nicht bei einem Gerät mit einem 7 Zoll Touchscreen. Ein grafisches Menü, ggf. untergliedert zunächst in die Namen der Autoren, um dann zu deren Werken zu kommen, die dann voll ausgeschrieben werden, sollte zum Beispiel machbar sein. Es kann hier auch noch Änderungen geben, darum möchte ich mich mehr auf den Inhalt als auf die Verpackung konzentrieren.

Was vermutlich jeden Leser interessiert: Was leisten die Emulationen auf dem Phoenix? Nun, die Endgeschwindigkeiten sind aktuell:

8 Bit 6502 CPU: 175 MHz
16 / 32 Bit 68.xxx: 480 MHz (bezogen auf einen 68.000)
ARM6: ca. 46 MHz.

Wie man an den ersten Beispielpartien der letzten Seiten sehen konnte, bringen diese Werte tatsächlich neues Leben in die alten Kisten. Speziell beim Glasgow hätte ich nie erwartet, dass da noch solche Steigerungen möglich sein könnten. Er ist jetzt taktisch deutlich weniger anfällig, behält aber seinen typischen Stil. Es schaut so aus, als wenn er nun tatsächlich im Bereich der 2.100er Riege mitspielen kann ... und wenn ich die Partie gegen den Portorose betrachte, sind wirkliche Perlen dabei.

Und was soll ich sagen … wer träumt nicht von einem R40? Ein echter Schachtraum … sowohl vom Funktionsumfang als auch vom Stil und der Stärke … als stolzer Besitzer eines R40 kann ich nur sagen: Die Dinger sind anfällig und alles, aber nicht sonderlich stabil … das kann schnell zum Albtraum werden, wenn sich die Kiste überhitzt und in einer Partie abkackt … nun aber hat jeder Fan des R30 / R40 die Möglichkeit, alle je erschienenen Programme von Johan de Koning und auch das Gideon Programm von Ed Schröder sogar schneller als einen R40 laufen zu lassen … völlig stabil und zuverlässig …

Wo wir beim Tasc sind, an dieser Stelle nur ein Beta Screendump. Auch hier werden Besitzer vorheriger Geräte von Ruud nichts Neues entdecken.
Tasc Screen.jpg
Tasc Screen.jpg (64.69 KiB) 5528 mal betrachtet
In der oberen Hälfte finden sich die originalen Anzeigen des jeweiligen Schachcomputers und zusätzlich die aus dem Revelation II bekannte Speedbar, die hier neue Funktionen aufweist, auf die ich später noch näher eingehen werde. In der unteren Hälfte sind die jeweiligen originalen Bedienelemente der entsprechenden Schachcomputer dargestellt.

Da es hier einen Touchscreen gibt, ist die Bedienung ansonsten denkbar einfach … die gewünschte Taste einfach mit dem Finger berühren … das ist eine wesentlich natürlichere Bedienung der Emulationen als beim Revelation … der große Touchscreen ermöglicht hier eine optimale Bedienung, sehr gut …

Unter dem Tastenfeld des jeweiligen Schachcomputers befinden sich die Systemtasten des Mephisto Phoenix:

MEN: Mit der Menu Taste gelangt man zur Startauswahl des Phoenix zurück.
SND: Sound ein- und ausschalten.
SEL: Hier geht es zum Auswahlmenu der Emulationen.
RES: Hier wird ein Reset der aktuellen Emulation durchgeführt.
SAV: Hier lassen sich mit einem Druck alle Einstellungen diverser Emulationen speichern.

Eine Anmerkung: Zu der Darstellung gibt es derzeit noch interne Diskussionen, was Änderungen am Layout und der Optik betrifft … insofern gilt auch hier: Alles, was hier beschrieben wurde, entspricht dem Stand der aktuellen Beta, in der es noch in erster Linie um technische Stabilität geht.


Ich möchte nun zum wichtigsten Punkt bzw. der wichtigsten Neuerung (aus meiner Sicht) der Emulation kommen, der Speedbar …

Ja, ich weiß, die ist nicht wirklich neu … über die Entstehung im Rev II schrieb ich ja bereits etwas … aber das, was Ruud jetzt daraus gemacht hat, ist nicht nur neu, sondern genial und für mich ein bzw. das Killerfeature!

Also … wenn ich gegen einen Schachcomputer spiele, dann ist mir Flexibilität sehr wichtig … im Jahr 2022 gehört dazu die Möglichkeit, die Geschwindigkeit vernünftig zu drosseln, um so trotzdem gegen die schachliche Intelligenz meines Gegners eine Chance zu haben … aber wenn es um die Emulation eines Klassikers geht, möchte ich nicht nur gegen das Programm spielen können, sondern so dicht wie möglich am Original sein.

Und hier setzt die neue Speedbar in zweierlei Hinsicht an:

1.) Originalgeschwindigkeiten. Wenn man eine Emulation startet, läuft diese automatisch mit der maximalen Geschwindigkeit. Wer das nicht möchte, kann dies ganz einfach ändern.

Wenn ich zum Beispiel lieber gegen einen Polgar mit 5 MHz spielen möchte, dann tippe ich kurz in die Mitte der oberen Hälfte des Touchscreens. Dann springt der kleine Speed Anzeiger in die Mitte und zeitgleich steht am Rand in grauer Schrift 6502 5 Mhz. Tippe ich noch einmal auf die gleiche Stelle, dann bleibt der kleine Punkt dort … aber ich habe einen Polgar mit 10 MHz! Ein weiterer Tappser auf den Screen und ich habe ein „18 MHz Turbokit“, wie damals von Schaetzle + Bsteh gebaut … wenn ich das wiederhole bin ich bei „Full Speed“, also ca. 175 MHz.

Beim Glasgow sieht das dann so aus: Ich habe die Wahl zwischen dem originalen Glasgow, wie er in der Erstauslieferung verkauft war mit 7,2 MHz … dann mit „echten 12 MHz“ … bis hin zu Full Speed.

Und beim Vancouver sind die folgenden Einstellungen möglich: 68.000 12 MHz, 68.020 MHz, TM 68.030 36 MHz, TM 68.030 66 MHz und Full Speed … was dann gerechnet auf einen 60.000er ca. 480 MHz entspricht …

Ich habe diese Einstellungen mit diversen Originalen verglichen und sie stimmen perfekt überein …

Ich kann Ruud gar nicht genug loben und danken, dass er sogar voller Liebe zum Detail an die 7,2 MHz Originalgeschwindigkeit des Glasgow gedacht hat … wunderbar!


2.) Justage. Tippen und bestimmte Geschwindigkeiten bekommen … super … aber was wäre ein Speedbar, wenn man sie nicht als solche nutzen könnte … damit kommen wir zum nächsten genialen Feature der „Speedbar 2.0“: Ich nehme als Beispiel abermals den Polgar, den ich mittels Tipp auf dem Screen auf die 5 MHz Originalgeschwindigkeit gebracht habe … wie erwähnt, befindet sich die Markierung nun in der Mitte der Speedbar … aus gutem Grund. Wenn ich mittels Finger diese Markierung ganz an den rechten Rand ziehe, steigere ich die Geschwindigkeit in Schritten auf bis zu 10 MHz … also dorthin, wo dann die nächste Stufe ist … was passiert nun, wenn ich den Regler nach links verschiebe? Nun, dann bekomme ich im Extremfall einen Polgar mit 1 MHz … ja, richtig gelesen, 1 MHz … so kann ich ihn nochmals deutlich absenken.

Den Glasgow kann ich so auf minimal 1,5 MHz absenken! Richtig gelesen … 1,5 MHz … wie geil ist das denn … auf diese Weise haben wir das endgültige Glasgow Programm, das bekanntlich deutlich mehr Wissen als das IIIer Brikett hat mit der Geschwindigkeit eines Mephisto III …

Um das mal zu verdeutlichen, nehme ich den Test aus meiner Mephisto Petrosian Review zum Vergleich:

In der Grundstellung wähle ich die Analysestufe und ziehe 1. f3 ... nach exakt sechs Minuten Rechenzeit rechnen die verschiedenen Versionen die folgenden Werte:

Mephisto Glasgow Urgerät: 2.592 Knoten
Mephisto Glasgow echte 12 MHz: 4.302 Knoten
GM Petrosian 25 MHz: 8.500 Knoten
GM Petrosian 32 MHz: 10.900 Knoten

Und der Mephisto Phoenix Glasgow 1,5 MHz? Nun der schafft 520 Knoten … mit anderen Worten: Er berechnet im Schnitt nur 1,5 Knoten pro Sekunde!

Ich gebe zu, das andere Ende der Fahnenstange habe ich nicht getestet … die Kiste ist so rattenschnell, dass ich ständig aufpassen müsste, da die Anzeige nur vier Stellen hat … ich überlasse es einem künftigen Besitzer, die Knoten bei fast 500 MHz zu zählen …

Almeria, Portorose und Co starten bei 2,5 MHz … einfach super … sowohl für viele Selbstspieler als auch für Turniere der alten Geräte, wo mit diesen „schwachen“ Lang Programmen neue, zusätzliche Möglichkeiten entstehen.

Als letztes Beispiel vielleicht noch der vergleichsweise unflexible Tasc … hier sind Geschwindigkeiten zwischen 7 und ca. 46 Mhz möglich.

Auch wenn ich Emulationen aus Ruuds vorherigen Schöpfungen natürlich kenne und ich aufgrund dessen zunächst skeptisch war, wo hier für mich, außer noch „schneller, höher, weiter“, der Zugewinn sein soll … er ist da … auch für mich.

Einerseits bringt die zusätzliche Geschwindigkeit einen echten Mehrwert … in den verschiedenen Tasc Modellen ohnehin, da wir hier endlich den Speed des legendären R40 nicht nur erreichen, sondern noch übertreffen … im Glasgow zeigen schon die ersten Partien, was nun in ihm steckt … und selbst als absoluter Fan und Kenner dieses Programms bin ich positiv angetan und regelrecht entzückt …

Was die Geschwindigkeit der anderen Emulationen betrifft … ich hatte noch nicht die Zeit, mich näher damit zu befassen, wie groß hier der schachliche Gewinn ist … das folgt noch …

Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit: Die neue Speedbar ist für mich das wirkliche ultimative Killerfeature, das mich derzeit die noch vorhandenen optischen Baustellen komplett vergessen lässt …

Die exakte Emulation der richtigen Geschwindigkeiten sowie die extreme Flexibilität, die zum Teil bis 1 MHz nach unten geht … das ist etwas, was im praktischen Einsatz weit beeindruckender und cooler ist, als es sich so vielleicht liest.

Und damit komme ich zu einem Zwischenfazit, das ich aufgrund des heutigen Standes der Software abgebe: Ruud hat das Emulationspaket technisch auf ein für mich komplett neues Niveau gehoben … was sich nach „Kleinigkeiten“ anhört, also mehr Speed und die „Speedbar 2.0“, sind für mich so eklatante Verbesserungen (neben der Touchbedienung), dass ich auf gar keinen Fall mehr zurück zum Revelation (II) zurück möchte … sorry ... das Bessere ist auch hier der Feind des Guten ...

Ja, was das UI und die Optik betrifft, da gibt es noch einigen Spielraum nach oben … das wissen alle im Entwicklerteam und auch Thomas … aber, wie ich schrieb, es geht derzeit um eine fehlerfreie technische Umsetzung zum Verkaufsstart … da Updates jederzeit auf einfachste Weise möglich sind, bin ich da optimistisch und entspannt …

Was inhaltliche Fragen zu weiteren Emulationen betrifft, so möchte ich euch bitten, dass ihr euch hier in Geduld übt, bis es dazu hoffentlich Mitte September im Rahmen der offiziellen Vorstellung verbindliche Aussagen von Thomas Karkosch gibt … bis dahin kann und werde ich dazu weder hier etwas schreiben, noch PNs oder eMails beantworten … versucht es also bitte gar nicht erst.

Und so bleibt mir wieder nur zum Abschluss zu sagen: Danke fürs Lesen, ich hoffe, es hat euch ein wenig Spaß gemacht.

Viele Grüße,
Sascha
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Re: Der Mephisto Phoenix - mehr als "nur" ein Schachcomputer

Beitrag von Mythbuster »

Ursprüngliches Datum 03. September 2022

Hallo zusammen,
seit Beginn meiner (P)Review bekomme ich nicht nur hier im Forum zahlreiche PNs … auch über meine Homepage erreichen mich täglich Fragen zum Phoenix. Zwei davon führen die Liste mit großem Abstand an. Darum geht es jetzt früher als geplant mit dem nächsten Teil weiter …


Zunächst kommen immer mehr Fragen zum Preis des Gerätes, sei es mit bzw. ohne Brett und auch was das Einführungsangebot betrifft. Ganz klare Aussage dazu: Es ist einzig und allein an Millennium, die offiziellen Preise (inkl. einem eventuellen „Frühbestellerrabatt“) zu verkünden. Wenn dies im Rahmen der offiziellen Ankündigung der Fall sein wird, werde ich das auch hier kommunizieren. Keinen Tag vorher, nicht hier und auch nicht per Mail oder PN. Da dies Mitte September der Fall sein soll, ist es ja nicht mehr lange hin, bis die Katze aus dem Sack ist (drei Euro ins Phasenschwein) …

Um es aber schon an dieser Stelle zu sagen: Diskussionen zum Verkaufspreis, die in die Richtung abdriften, dass man den Wert eines Produktes auf die Hardwarekomponenten reduziert oder allgemein abschätzige Diskussionen werden Michael und ich hier nicht zulassen. Wir sprechen hier über ein Hobby und nicht über lebensnotwendige Produkte des täglichen Bedarfes. Schon in meiner Review zum Revelation II schrieb ich 2013 (gekürzt):

Oftmals wird die Frage gestellt, ob der Revelation II wirklich rund 3.650,- Euro wert ist … ein wahrlich stolzer Preis. Auf der anderen Seite: … Ist der Revelation II „vernünftig“? … Der Revelation II ist aus meiner Sicht vieles, aber gewiss nicht vernünftig … das will er aber auch gar nicht sein! Er will nicht mehr und nicht weniger als der edelste, schnellste und beste Schachcomputer der Welt sein! Er will nicht kleckern, er klotzt! Und er will gar nicht unsere Vernunft ansprechen, sondern unser Gefühl … so wie Anno 1986 der Mephisto Dallas 32 Bit, als er bei Karstadt in der Hamburger Mö für 4.600,- DM stand … Wer vor ihm steht oder sitzt, entwickelt sofort das „haben wollen“ Gefühl, der Verstand ist abgeschaltet und man erinnert sich daran, wie es damals war, vor den Supercomputern gestanden zu haben.
Quelle: https://www.schachcomputer.info/foru...ead.php?t=4648

Und letztendlich hat sich seit 2013 nichts geändert: Wir diskutieren hier nicht über Ratio, sondern über Emotionen … Hobby ist reine Unvernunft … soll und muss es sein. Auch in Zeiten wie diesen. Und da muss jeder für sich selbst entscheiden, was ihm dieser neue, sehr einzigartige, Schachcomputer wert ist.

Was auch viele Interessenten bewegt ist die Frage: Lohnt sich der Kauf? Würde ich mir den Phoenix kaufen? Wie ist er im Vergleich zum Revelation, dem ich 2013 die Krone der Schachcomputer aufgesetzt habe? Hat der König einen Nachfolger?

Dazu einige Punkte vorweg:

1) Die Software auf dem Mephisto Phoenix ist noch eine Betaversion. Das bedeutet, dass sich ggf. bis zum Tag des Erscheinens noch Funktionen oder Inhalte ändern können. Ich deutete ja bereits an, dass durchaus ein bei vielen Spielen heute üblicher „Day one Patch“ sehr gut möglich bzw. aus meiner Sicht wahrscheinlich ist. Deshalb können Dinge, die ich jetzt noch kritisiere, bereits am Tag der Auslieferung implementiert sein …

Unabhängig davon hat Millennium eine eigene lange Liste mit Inhalten und Features, die künftig in Form von kostenlosen oder auch kostenpflichtigen Updates geplant sind. Dazu werde ich etwas schreiben, wenn ich dazu eine entsprechende Aussage bzw. Freigabe von Thomas Karkosch bekomme. Ich hoffe, dass dies zeitgleich mit der offiziellen Vorstellung der Fall sein wird.

Darum kann eine Aussage zum Phoenix nur eine Momentaufnahme sein … ein Fazit aufgrund dessen, was ich hier in den Händen halte. Das versuche ich zu beurteilen. Und natürlich ist mein Urteil höchst subjektiv und erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Denn jeder hat andere Erwartungen, andere Präferenzen etc. pp.

2) Um nicht zu einseitig zu urteilen, hat Micha ebenfalls viele Stunden mit dem Gerät verbracht und eine Woche seines Urlaubs dafür (nicht völlig uneigennützig) geopfert. Zum Glück trennt uns räumlich nur eine gute Stunde Fahrzeit. Dies selbstverständlich mit dem Wissen und der Genehmigung von Thomas Karkosch, dafür herzlichen Dank an dieser Stelle.

Wie viele von euch wissen, sind bzw. waren wir seit langer Zeit Vereinsspieler, wir haben bzw. hatten Wertungszahlen im Bereich 2.100 Elo und sehen daher so ein Gerät nicht nur aus der Sicht eines „Schachcomputer Nerds“, sondern vor allem aus der Sicht von aktiven Spielern, die so ein Gerät selbst für das eigene Spiel nutzen. Das beeinflusst natürlich die Sichtweise auf so ein Gerät, das sich auch explizit an Klubspieler richten möchte.

Wir denken, dass wir im Bereich von Schachcomputern, aber auch im Bereich von Schachprogrammen über eine recht umfangreiche Erfahrung verfügen. Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich meinen ersten Schachcomputer vor genau 40 Jahren bekommen habe … eine unglaubliche Zeitspanne …

Insofern ist mein bzw. unser Urteil (Micha möge ggf. selbst etwas dazu schreiben, wenn er etwas ergänzen bzw. eine andere Sicht auf einzelne Punkte hat) sowohl aus „Nerd Sicht“ als auch aus „Selbstspieler Sicht“ zu betrachten.

Nun gut … kommen wir zum Fazit, basierend auf der aktuellen Beta Version …

Zur Hardware: Ich finde den Mephisto Phoenix optisch wie haptisch sehr gelungen. Wenn man das Gerät in die Hand nimmt, hat man das Gefühl, ein hochwertiges Stück Technik in den Händen zu halten. Der Phoenix ist schwer, was das Gefühl der Wertigkeit nochmals positiv unterstreicht.

Es gibt keine ungleichen Spaltmaße, nichts knackt. Alles passt, bis hin zum zweiten Logo auf der Rückseite. Wenn man das Gerät öffnet (ja, auch das haben wir uns erlaubt), ist alles sehr, sehr sorgfältig verarbeitet. Man merkt sofort, dass sich bezüglich der Konstruktion Gedanken gemacht wurde. Auch das Kühlkonzept überzeugt. Trotz der Leistung bleibt das Gerät leise und kühl.

Der Touchscreen ist extrem leichtgängig, selbst mit Schutzfolie. Neben der wirklich auf Jahre ausreichend dimensionierten Leistung des Systems ist das Gerät aus meiner Sicht gut und einfach zu reparieren. Auch eine Aufrüstung sollte möglich sein. Insofern sehe ich hier eine durchaus gegebene Nachhaltigkeit, da man vermutlich sehr lange Freunde an dem Phoenix haben kann.

Wenn ich einen Abzug geben möchte, dann dass aktuell BT noch nicht aktiviert ist. Dies könnte jedoch in einem Update behoben werden. Darum gebe ich hier keine Abzüge, sondern bewerte rein die Hardware. Hier vergebe ich 10/10 Punkten.


Der Native Bereich: Die bisherige Umsetzung gefällt mir in weiten Teilen schon sehr gut. Das Spiel mit Shredder macht mir richtig Laune. Der neue Shredder NNUE spielt einfach schönes und menschliches Schach. Dazu ist die fortlaufende Bewertung der Spielstärke seines Besitzers ein tolles Feature, was eine dauerhafte Motivation und Kontrolle der eigenen schachlichen Entwicklung bietet.

Auch die anderen bereits eingebauten Engines bieten viel Spaß, den schon jetzt umfangreichen Einstellungs- und Individualisierungsmöglichkeiten sei Dank! Ich gebe zu, ich habe Hiarcs 14.2 vernachlässigt, da Hiarcs 15 als Update kommen wird, so die Aussage von Thomas Karkosch. Aber auch bereits in dieser Beta bietet sich viel Spielspaß, keine Frage.

Da das Gerät recht komplex ist, bedarf es einer Einarbeitung und der Lektüre des Handbuches. Wenn man es schafft, die eigene Ungeduld zu besiegen und sich mit der Bedienung ein wenig befasst, erkennt man ein schlüssiges Bedienkonzept, welches man, sobald man es einmal verinnerlicht hat, schnell fließend bedienen kann.

Schön finde ich zum Beispiel die Idee des Comfort Menus. Hier für die bevorzugten Schachhirne (Engines) jeweils sechs komplette Presets anlegen zu können, ist ein echter Gewinn. Allerdings gibt es in der Beta einen Punkt, der bis zum Verkauf behoben werden soll: Derzeit kann man nicht selbst aussuchen, welche drei Programme im Comfort Menu zur Auswahl stehen. Wie gesagt, das soll kurzfristig geändert werden.

Ich denke, die aktuellen Möglichkeiten haben Micha und ich einigermaßen dargelegt, wenngleich mit Sicherheit noch nicht alle, dazu bietet die Kiste einfach zu viele Möglichkeiten.

Insgesamt macht mir der Native Bereich aber schon jetzt viel Spaß. Wesentlich mehr, als ich es im Vorwege erwartet hätte. Und ich bin absolut davon überzeugt, dass es vielen Usern, die auch mal selbst spielen wollen, auch so gehen wird.

Trotzdem gibt es Punkte, die ich mir als User und Schachspieler für künftige Updates wünschen würde, die dann das Gerät aus meiner Sicht im Native Bereich perfekt machen würden.

1) In den Zeitspielstufen (mit Countdown Uhr) läuft beginnt die Uhr des Spielers zu laufen, sobald der Phoenix seinen Zug anzeigt. Sprich, die eigene Zeit läuft schon runter, während man noch den Computerzug ausführt. Das kenne ich so von keinem anderen Schachcomputer und ist aus meiner Sicht unfair und nimmt mir bei kurzen Zeiten auch den Spaß. Hier gäbe es zwei Ansätze zur Verbesserung:

a) Die Uhr erst laufen lassen, wenn der Zug ausgeführt wurde (wie im King und allen ernsthaften Schachcomputern, die ich kenne).
b) Eine einstellbare Bedienzeit pro Zug.

2) Next best / alternate Move: Eine Funktion, die ich seit über 30 Jahren bei jedem Top Gerät kenne … leider fehlt sie hier noch. Die Realisierung wäre einfach: Wenn man den Computerzug noch nicht ausgeführt hat, die „Move“ Taste betätigen, damit der Computer den nächstbesten Zug ausführt. So kann man dann eine komplette Zugliste (zum Beispiel für Stellungstests) erstellen.

3) Frei definierbare Spielstufen. Leider gibt es aktuell zwar sehr viele Spielstufen, aber derzeit keine Möglichkeit, komplett eigene Spielstufen zu definieren.

4) Leider ist der Phoenix ein schlechter Verlierer … sprich: Er will nicht aufgeben … ich denke, bei einer Bewertung unter -9.99 sollte er eine Aufgabe anbieten … die der Nutzer annehmen oder ablehnen kann.

5) Multivarianten Analyse: Wenn ich Partien nachspiele, möchte ich mindestens die drei besten Varianten sehen … allein schon zur Kontrolle, ob Züge zwingend waren etc. pp.

6) Die freie Bennung der Presets im Comfort Menu: Leider kann man die individuellen Presets derzeit noch nicht selbst benennen. Wenn man ein eigenes Set anglegt, wird automatisch ein Name von "User 1" bis "User 6" für die jeweilige Engine vergeben. Das macht bei drei Engines 18 Presets, die man sich merken soll?! Ich finde das nicht nur optisch unschön, sondern auch unpraktisch. Zumal der Phoenix eine virtuelle Tastatur hat ... die aber bis jetzt nur bei der Eingabe des WLAN Paßwortes genutzt wird ... ich denke, man sollte dem User die Möglichkeit geben, seine Presets selbst zu benennen.

7) Tablebases: Ich denke, 2022 sollte es Standard sein, vor allem da TB von jeder UCI Engine unterstützt werden. Diese sollten dann in den jeweiligen Engine Einstellungen (de-) aktivierbar sein … dann kann jeder User selbst entscheiden, ob er ein perfektes Endspiel sehen oder gegen die KI antreten möchte.

8) Ein Schachlehrer, wie es ihn seit Glasgow und Co in unterschiedlicher Güte gibt. Bei einem schlechten Zug einen Hinweis, ggf. die „Konsequenzen“ anzeigen und die Rücknahme anbieten … für Spieler, die trainieren wollen, sicher sinnvoll.

9) Nachdem der King es eingeführt hat: Fischer Random Chess.

All diese Punkte habe ich natürlich an Ruud, Thomas und Ossi übermittelt … in der Hoffnung erhört zu werden …

Der große Vorteil des Phoenix ist ja die sehr einfache Möglichkeit, via WLAN oder per USB-Stick Updates einspielen zu können … es ist wirklich so einfach, dass selbst ungeübte Anwender das problemlos hinbekommen.

Das sind die Punkte, die ich mir wünschen würde, damit der Phoenix für mich im Native Bereich perfekt würde. Natürlich neben zusätzlichen Engines, aber das hat nichts mit der Funktionalität zu tun.

Auch Stand heute, bietet mir die Kiste viel Spielspaß und ich verbringe so manche Teststunde im Native Bereich. Denn obwohl mir noch Dinge fehlen, bietet das Teil trotzdem schon jetzt unendlich viele Möglichkeiten. Eine Wertung nach Punkten werde ich dennoch aus verschiedenen Gründen nicht abgeben:

a) Die Software ist noch eine Betaversion.

b) Funktionen können noch bis zum Verkaufsstart nachgereicht werden.

c) Jeder hat unterschiedliche Wünsche und Gewichtungen. Entsprechend möchte ich hier möglichst keinen Einfluss nehmen …

Aber insgesamt ist der Spaßfaktor schon jetzt groß!


Der Retro Bereich: Ich denke, das ist der Bereich, der hier für die meisten aktiven User die größte Bedeutung hat … wobei ich betonen möchte, dass es sehr viele Mitleser gibt, die sich ausschließlich für aktuelle Geräte interessieren … ebenso Vereinsspieler bis hin zu Ligaspielern, die gerne einen Blick ins Forum werfen, um die Entwicklungen im Bereich der Schachcomputer zu verfolgen …

Nun, ich denke, man kann den Retrobereich nicht betrachten, ohne Vergleiche zum Revelation I / II oder dem Reflection Set I / II zu ziehen.

Im direkten Vergleich zum Revelation II haben wir vier Neuerungen:

Die Bedienung per Touchscreen: So sehr ich den Rev II immer geliebt habe, so sehr habe ich die Bedienung gehasst, sorry Ruud! Schon damals, noch als Tester des Rev II, wollte ich einen Touchscreen. Die Bedienung, speziell der Emulationen, ist auf dem Rev einfach grausam … nun wurde ich erhört und muss sagen: Es ist im Vergleich ein Traum! Direkt die Tasten der emulierten Schachcomputer bedienen zu können, ist kein Vergleich zur sperrigen Bedienung mittels der Tasten des Revelation II ...

Mehr Speed: Wenngleich auch irgendwann ein „Mehr“ an Geschwindigkeit immer weniger bringt und ich im Vorwege zutiefst davon überzeugt war, dass ich nicht „mehr“ Speed brauche, so muss ich dieses interne Vorurteil revidieren …

Einerseits haben wir jetzt die Tasc Modelle endlich mit einer maximalen Geschwindigkeit, die alle je gebauten Modelle übertrifft … so hat nun jeder die Möglichkeit, gegen den legendären R40 direkt in einem Schachcomputer am Brett mit allen originalen Bedien- und Anzeigemöglichkeiten antreten zu können. Und wenn ich sehe, zu welchen Glanzpartien der Glasgow im Aktivschach nun fähig ist … das macht schon richtig Laune … insofern: Ja, die zusätzliche Geschwindigkeit ergibt schon Sinn und ist ein echter Zugewinn.

Die „Speedbar 2.0“: Weit wichtiger ist jedoch die neue Speedbar. Mit einfachem Touch auf den Screen kann man zwischen allen möglichen Geschwindigkeiten der Originalgeräte umschalten … alles liebevoll anhand der Originale kalibriert! Das geht schnell und einfach … wundervoll!

Was aber noch wichtiger ist: Praktisch schaltet man mit jedem „Touch“ zwischen verschiedenen Speedbars um … so kann man dann innerhalb der jeweiligen Einstellung sehr fein weitere Anpassungen vornehmen …

So ist es jetzt erstmals möglich, wenn man möchte, gegen einen Vancouver mit 2,5 MHz spielen … oder gegen einen 1,5 MHz Glasgow, der so zu einem „Mephisto III mit dem Wissen eines Glasgow“ mutiert …

Beim Polgar geht alles ab 1 MHz … wie geil ist das denn?! Und auch die Tasc Modelle lassen sich auf 6 MHz drosseln … ja, diese Speedbar 2.0 ist der eigentlich stille Star des Retro Paketes.

Kleiner aber feiner "Bonus": Neben den Emulationen der Tasc Geräte gibt es nun auch von Lyon bis London die Figurenerkennung des Bavaria. Schön bei Stellungstests und natürlich bei Umwandlungen.

Nehme ich diese drei Punkte, dann muss ich sagen, dass die Entwicklung deutlich größer ist, als es sich vielleicht liest.


Unabhängig davon habe ich hier einige Wünsche für die Zukunft übermittelt:

1) Emulationen: Die restlichen Emulationen, die auch im Rev II möglich waren, hätte ich schon gerne ... diesbezüglich bekam ich auch sehr viel Feedback per Mail bzw. PN.

2) Ein neues Auswahlmenu: Wie ich mir das vorstellen könnte, habe ich bereits in der Review zum Retro Bereich ausführlich geschrieben.

3) Die Buttonleiste der System Bedienelemente sollten sich von denen der Emulationen zumindest optisch deutlich abheben. Ein Vorschlag: Die Systemelemente 50% dimmen, dann heben sich die Bedienelemente der emulierten Schachcomputer besser ab.

4) Den Reset Button würde ich mit dem Sound Button tauschen … mir ist es leider einige Male passiert, dass ich in einer R30 / Lang Emu statt des Pfeils nach unten den Reset Button (mit) erwischt habe und die Partie damit weg war … ja, das ist eigene Dummheit, aber den doch sehr relevanten Reset Button könnte man besser dort unterbringen, wo eine versehentliche Falschbedienung unwahrscheinlicher ist.

5) In ferner Zukunft wären grafische Overlays richtig cool … also Grafiken bzw. Fotos der echten Tastaturen, wie zum Teil in der Mess Emu … die könnte man rechts unterbringen und dann die System Bedienelemente am linken Rand untereinander … das wäre zwar mit viel Aufwand für Ruud verbunden, würde aber die ganze Geschichte optisch abrunden und zum Beispiel einer Tasc R40 Emu ein komplett anderes Spielgefühl verleihen … so rein emotional wäre das ein riesiger Gewinn für mich …

Wie bereits geschrieben, sind meine Wünsche Ruud, Thomas und Ossi bekannt und Thomas sagte mir, dass es auch Planungen im Bereich des Retro Teils gibt … schon allein deshalb werde ich hier kein Fazit in Form einer Benotung abgeben.

Aber was ich für mich sagen kann: Schon in diesem Zustand ist aus meiner Sicht der Retro Bereich aus technischer Sicht sehr gut gelungen … und macht mir weit mehr Spaß als im Rev II und ich möchte nicht wieder zum Rev II zurück …

Trotzdem habe aber ich unabhängig davon die Hoffnung, dass es für die Novag Geräte und vor allem den Fidelity Turbo-V2 eine kurzfristige Lösung gibt, im Idealfall zum "Day one Patch" ...


Und was ist nun mein Fazit zum Mephisto Phoenix … nun, ich denke, das Gerät hat das sehr große Potential, auf lange Sicht der beste Schachcomputer aller Zeiten zu sein und zu bleiben. Schon jetzt macht die Kiste mir persönlich sehr viel Spaß, in jeder Hinsicht …

Und man sollte nicht vergessen, dass mit einem späteren Update noch die Funktionalität des Spiels online kommen wird, laut Thomas Karkosch im Frühjahr 2023 … was das Gerät für viele Spieler mit Sicherheit noch einmal interessanter machen wird, keine Frage …

Unabhängig zu der von mir genannten Liste, die meine persönlichen Punkte zur Verbesserung darstellt, gibt es auch weitere Features und Inhalte, die laut Thomas in Planung sind …

Ich hoffe, zusammen mit der offiziellen Vorstellung hier mehr dazu schreiben zu können … und ja, wenn ich sehe, was an Möglichkeiten im King nachträglich sogar kostenfrei implementiert wurde, habe ich persönlich schon das Vertrauen, dass die Reise des Phoenix am Anfang ist und einen langen Weg vor sich haben wird.

Abschließend zu einer Frage, die mir oft gestellt wird: Ob ich mir den Mephisto Phoenix selbst kaufen würde … nun, die Beantwortung jetzt hier und heute ist in gewisser Weise unfair, da ich den Vorteil habe, den Preis bereits zu kennen …

Unabhängig davon: Preise sind relativ. Was für einen Menschen viel Geld ist, kann ein anderer User locker für sein Hobby aufbringen. Darum muss letztendlich jeder für sich selbst entscheiden, was ihm dieses einzigartige Stück Technik wert ist.

Aber um es so zu sagen: Mir persönlich bietet das Gerät schon heute genug, als dass ich sagen kann, dass ich mir zusätzlich zum Prototypen, auf dem jeweils Testsoftware läuft, ein Exemplar mit Turnierbrett zulegen werde …

Das sollte auch die Frage beantworten, wer aus meiner Sicht der König der Schachcomputer ist: Der König ist tot, es lebe der König ...

Mein Prototyp wird dann weiter für Tests von Betaversionen dienen und ansonsten in einer Vitrine mit anderen Prototypen und Einzelstücken einen würdigen Platz bekommen.

Damit ist meine Preview beendet. Ca. 150 Stunden Tests und Schreibarbeit nehmen hier ein (vorläufiges) Ende ...

Natürlich werde ich die Reise des Phoenix weiterhin begleiten ... ich werde weiterhin testen, weiter Ruud, Thomas und Ossi mit meinen Wünschen nerven und ich werde hier natürlich über Updates berichten und auch genau hinschauen, was sich in Bezug auf die aktuelle Beta bis zur Auslieferung geändert hat.

Da Micha ebenfalls viele Stunden mit dem Phoenix verbringen durfte, möchte ich ihn bitten, gerne seine eigenen Eindrücke hier wiederzugeben.

Sobald Mitte September die offizielle Ankündigung von Seiten Millenniums erfolgt, werde ich einen weiteren Teil anfügen, der nichts mehr mit der eigentlichen Preview zu tun hat, da es dann nicht mehr um meine Eindrücke geht:

1) Ich werde das Team rund um den Mephisto Phoenix vorstellen.

2) Anhand und auf Grundlage der Aussagen von Thomas Karkosch werde ich einen Ausblick auf das geben, was konkret an Updates geplant ist, sowohl was Features und Funktionen betrifft, aber auch in Bezug auf Inhalte wie zusätzliche Engines etc. pp. Soweit möglich werde ich auch die dazugehörigen Zeitfenster nennen.

3) Dann werde ich auch endlich das letzte Geheimnis lüften: Ich werde alle Preise nennen, inkl. denen für die Editionen mit Brettern und alles zu einem Einführungspreis.

Was nun aber meine (P)Review betrifft ... nun, die ist jetzt tatsächlich am Ende angekommen ... ich hoffe, ihr hattet halbwegs soviel Freude beim Lesen, wie ich beim Testen und Verfassen dieser Zeilen. Beim Schreiben dieser Zeilen ist mir aufgefallen, wie oft ich davon schrieb, dass ich "Spaß" mit dem Teil habe ... und ja, das stimmt ... und ist es nicht das, worum es bei einem Hobby geht? Spaß haben?

Vor allem hoffe ich jedoch, dass ich euch einen guten Eindruck auf das vermitteln konnte, was da kommen wird: Den Mephisto Phoenix, einem Schachcomputer, der die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft des Computerschachs in sich vereinen möchte ... ob ihm das gelungen ist bzw. gelingt, das müsst ihr nun für euch entscheiden.

Danke fürs Lesen und viele Grüße,
Sascha
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Re: Der Mephisto Phoenix - mehr als "nur" ein Schachcomputer

Beitrag von Mythbuster »

Ursprüngliches Datum 09. September 2022

Hallo zusammen,
nachdem ich täglich angeschrieben und nach Preisen gelöchert werde, habe ich jetzt die Freigabe bekommen, die offiziellen Preise weltexklusiv hier zu nennen ... da das alles ein wenig komplexer ist, bitte alles genau lesen:

Zum Marktstart des Mephisto Phoenix gelten die folgenden Preise (alle Preise UVP):

- Mephisto Phoenix, incl. Emulation Package, incl. 55er Mephisto Supreme Brett: 1.999,- €

- Mephisto Phoenix, incl. Emulation Package, incl. 40er Mephisto Exclusive Brett: 1.699,- €

- Mephisto Phoenix, incl. Emulation Package, zur Erweiterung mit bestehenden Millennium Brettern: 1.199,- €

Achtung: Die Starttermine werden je nach Verfügbarkeit der Bretter und der gewählten Transportwege durchaus unterschiedlich sein.

Marktstart bedeutet der Zeitpunkt der Auslieferung der ersten Geräte an die Kunden!



Wichtig: Für alle, die den Phoenix vor Marktstart bestellen, gelten die folgenden Einführungspreise (alle Preise UVP):

- Mephisto Phoenix, incl. Emulation Package, incl. 55er Mephisto Supreme Brett: 1.799,- €

- Mephisto Phoenix, incl. Emulation Package, incl. 40er Mephisto Exclusive Brett: 1.499,- €

- Mephisto Phoenix, incl. Emulation Package, zur Erweiterung mit bestehenden Millennium Brettern: 999,- €


Achtung: Mit Ankunft der ersten Phoenix Variante gilt für alle Varianten das reguläre UVP Niveau. Die reduzierten Preise gelten ausschließlich für Vorbesteller bzw. "Frühbucher" ...


Später, nach Abverkauf der ersten Serie, wird es das Gerät in folgenden Konfigurationen geben (alle Preise UVP):

- Mephisto Phoenix, incl. Emulation Package, incl. 55er Mephisto Supreme Brett: 1.999,- €

- Mephisto Phoenix, incl. 55er Mephisto Supreme Brett: 1.799,- €

- Mephisto Phoenix, incl. Emulation Package, incl. 40er Mephisto Exclusive Brett: 1.699,- €

- Mephisto Phoenix, incl. 40er Mephisto Exclusive Brett: 1.499,- €

- Mephisto Phoenix, incl. Emulation Package, zur Erweiterung mit bestehenden Millennium Brettern: 1.199,- €

- Mephisto Phoenix, zur Erweiterung mit bestehenden Millennium Brettern: 999,- €

- Emulation Package (zum nachträglichen Erwerb): 300,- €

Das Emulation Package kann jederzeit nachträglich zugebucht werden und ist jeweils an die Hardware gebunden.


Ein Hinweis: Die erste Auflage ist begrenzt. Darüber hinaus ist die Anzahl der Mephisto Phoenix ohne Brett limitiert. Dies ist praktisch als "Service" für Bestandskunden zu sehen, die bereits einen King bzw. Genius haben.

Den Vorbestellzeitpunkt werde ich einige Tage vor Start hier veröffentlichen.

Zum Auslieferungsdatum: Sicher ist, dass jeder, der in der Vorbestellphase bestellt, seine Wunschkonfiguration vor Weihnachten haben wird.

Tja, damit sind jetzt alle wesentlichen Infos raus ... nun mag jeder seine eigene Entscheidung und Bewertung treffen ...


Ein letzter Hinweis: Natürlich darf man über Preise diskutieren. Aber dies sollte respektvoll und sachlich sein. Wir sprechen hier über ein Hobbyprodukt, welches im Grunde genommen Luxus ist. Darum beachtet bitte die Netiquette ... weder Micha noch ich möchten hier eingreifen oder gar den Thread schließen müssen. Danke!

Gruß,
Sascha
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Re: Der Mephisto Phoenix - mehr als "nur" ein Schachcomputer

Beitrag von Mythbuster »

Ursprüngliches Datum 17. Oktober 2022

Hallo zusammen,
es ist soweit, die Zeit des Wartens ist vorbei ... ab heute Abend kann der Phoenix bestellt werden ... wie bereits geleakt, kann er direkt bei Millennium, diversen bekannten Fachhändlern (zum Beispiel Niggemann) oder von Mitgliedern auch bei Ruud direkt bestellt werden ... die von mir genannten Einführungspreise sind überall identisch, auch bei Ruud oder im Fachhandel!

Somit hat jeder die freie Wahl, wem er sein Weihnachtsgeld spenden möchte ...

Hier der Link zur Webseite des Gerätes: https://computerchess.com/Mephisto-P...nierbrett/M924

Und wer direkt bei Ruud bestellen möchte, kann dies direkt über diese Seite tun: https://phoenixcs.nl/products/

Die Links gehen zwar auf das Shopsystem von Millennium, aber ihr kauft dann direkt bei Ruud!



So, nachdem das nun raus ist, noch zum Abschluss ein paar Worte zum Team rund um den Phoenix.

Neben den reinen Produktionsstätten quer in der Welt, zeichnet sich ein kleines Team für dieses Gerät verantwortlich ... nicht wenige Mitglieder dieses Teams sind auch bei uns Mitglied im Forum.


Zum Team einige Worte von Thomas Karkosch: „Wir haben jetzt erstmals mit einem sehr kleinen Team, dafür aber sehr intensiv zusammengearbeitet. Aufgrund der Komplexität des Systems hat sich das als am effizientesten herausgestellt. Mein Dank gilt vor allem allen denjenigen, die intensiv an den Beta-Tests mitgewirkt haben und wahnsinnig viel Zeit in die Weiterentwicklung eingebracht haben.

Und natürlich an Ruud, der häufig zu Gunsten des Teams eigene Vorlieben zurückgestellt hat. Es war eine sehr intensive Zeit und ich freue mich schon auf die nächsten Schritte.“


Das Team Mephisto Phoenix:


Markus Pillen

- Haupt-Tests: Modus „Play Retro Chess”
- Einstellung der Emulationen: Original-Geschwindigkeiten
- Auswahl & Test der UCI Parameter je Engine
- Definition der einzelnen Funktionen
- Beta-Tests

Persönliches Statement: „Ganz besonders gut gefällt mir am neuen Mephisto Phoenix die Implementierung der Emus mit den Geschwindigkeiten der original Geräte, sowie der adaptive Shredder, der allerdings einiges an Suchtpotential bietet :-)


Horst Kern


- Backend-Server-Struktur
- Systemstabilität & Systemsicherheit
- Definition der einzelnen Funktionen
- Beta-Tests

Persönliches Statement: „Ei des is: A VERRY RESPONSIVE SYSTEM“


Wolfgang Müller

- Haupt-Tests: “Play Against Computer”
- Tests & Optimierung der Systemstabilität
- Einstellungen der nativen Engines für Elo-Levels und Spielstil
- Auswahl und Test der UCI-Engine Parameter
- Setup der Profile für Hiarcs & Komodo
- Tests, Einstellung und Gehäuse-Optimierung für die Kühlung
- Definition der einzelnen Funktionen
- Beta-Tests, Beta-Tests, Beta-Tests

Leider verkneift sich Wolfgang jeden Kommentar, den man später gegen ihn verwenden könnte!


Ossi Weiner


- Onboarding der Engine-Lieferanten
- Onboarding der Emulations-Lieferanten
- Setup der Profile für Shredder
- Festlegung der Turnierstufen
- Festlegung Aufbau der Info-Anzeigen
- Feedback zu Funktions-Design
- Beta-Tests

Statement: „Meine Lieblingsfunktion ist die adaptive Shredder Engine mit Anzeige der ELO Bewertung. Für die Zukunft am wichtigsten wäre mir die Online Schach Applikation.“


Jürgen Precour


- Umsetzung ChessLink App Alpha-Version auf Phoenix Modul

Auch er schweigt ... und arbeitet an der online Umsetzung ...


Ruud Martin


- System-Integration
- System-Programmierung
- Definition und Design des Systems & User Interfaces

Ich möchte lieber nicht wissen, was Ruud über all meine Mails sagte ... das, was er mir in einer Video Sitzung beichtete, reicht mir ...

Maren Lösch


- Designprozess Schachcomputer-Modul
- Definition des grundlegenden User Interface


Thomas Karkosch

- Projektmanagement
- Designprozess Schachcomputer-Modul
- Definition des grundlegenden User Interface
- Definition der einzelnen Funktionen
- Marktrecherche

Persönliches Statement: „Am besten gefallen mir der Bewertungsbalken, da ich hiermit sofort sehe, wenn ich irgendwo einen Fehler mache. Und natürlich die NNUE-Engines – da auf maximaler Spielstärke mal zu schauen, wie lange man eine in etwa ausgeglichene Stellung halten kann, ist schon klasse. Die interessantesten nächsten Schritte sind für mich klar die Integration des Online-Spiels und weitere spannende Engines.“


Eiko Bleicher


- Programmierung der grafischen Schachbrett-Anzeige

Meine Anmerkung: Tolle Arbeit!


Stefan Meyer-Kahlen


- Elo-Bewertungsmechnismus
- Eröffnungsnamen
- Shredder-Engine


Mark Uniacke


- Millennium Eröffnungsbuch
- Hiarcs-Engine

Zu diesen beiden Meistern und Künstlern verkneife ich mir jegliche Bemerkung, außer dass ich ihnen meine Hochachtung für ihren Einsatz zum Thema Computerschach über Jahrzehnte zollen möchte!


Das Komodo Team


- Komodo-Engine


Das Stockfish Team

- Stockfish-Engine


Sascha Warnemünde


- Beta-Tests
- Nullserien-Feedback
- Erste Markteinschätzung
- Ideengeber, Nervensäge, Kritiker, Fehlerfinder

Mein vermutlich meist gefallener Satz: "Warum ist das noch nicht drin, das muss auch noch rein. Ich verstehe nicht, warum ihr da nicht dran gedacht habt."


Michael Völschow


- Zaungast mit Ideen, Gespür Fehler zu finden und starker Meinung.

Unsere Freundschaft verbietet mir, seine Kommentare hier wiederzugeben ...


Tja, das war jetzt tatsächlich die komplette Review ... ich beschließe sie mit einem kurzen persönlichen Fazit nach nun weiteren zwei Wochen:

Also, wenn ich ehrlich sein soll ... ja, das Holz eines Revelation II gefällt mir besser ... ja, auch ein altes Mephisto München Brett gefällt mir besser ... keine Frage ... aber ...

Mein Rev II Brett ist anfällig, was die Technik betrifft ... es ist einfach sehr empfindlich ... dazu die Bedienung ...

Nehme ich ein München mit einem Reflection Set ... nein, das Display ist mir zu klein ... und überhaupt ... keine Native Geschichten, keine R30 Modelle ...

Ich kann es drehen und wenden, wie ich will: Auch wenn noch viele Wünsche offen sind und es noch Baustellen gibt ... der Phoenix ist aus meiner Sicht der neue König der Schachcomputer ... die Ansätze im Nativebereich gehen Welten über den Revelation II hinaus ... ebenso die Bedienung ... dem großen Touchscreen sei Dank!

Auch wenn noch nicht alle bekannten Emus in der aktuellen Build implementiert sind ... sie werden kommen, Ruud und Thomas haben es versprochen, es gibt hier keinen Grund, dies nicht zu glauben ... und auch im Nativebereich wird an einigen Dingen bereits gearbeitet, die den Phoenix nochmals deutlich verbessern werden ... dazu dann etwas, wenn es soweit ist ...

Neben den geplanten Funktionen und Inhalten (es werden weitere sehr interessante Native Engines kommen), wird ja bereits am Online Modus gearbeitet, der dem Gerät dann eine komplett neue Dimension geben wird ...

So oder so ... auch wenn das "Projekt Phoenix" noch am Anfang steht, so ist aus meiner Sicht schon mit dem Anfang ein richtig geiles Spielzeug gelungen ... ich denke, das fasst es ganz gut zusammen.

Und ab jetzt beginnt auch für mich die Wartezeit: Auf mein Seriengerät, welches ich bestellt habe ... und auf das Feedback und die Kritik anderer Besitzer ... denn mit Feedback und konstruktiver Kritik können wir alle die Zukunft des Phoenix aktiv gestalten ...

Viele Grüße,
Sascha
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Re: Der Mephisto Phoenix - mehr als "nur" ein Schachcomputer

Beitrag von Mythbuster »

Ursprüngliches Datum: 20. Oktober 2022

Hallo zusammen,

Stillstand bedeutet Rückschritt ... so heißt es doch so schön ... und während der geneigte Käufer noch auf seinen Phoenix wartet, geht die Entwicklung natürlich weiter ... denn der große Vorteil des neuen Systems ist, dass der Besitzer den Phoenix sehr leicht jederzeit updaten kann: Einfach mit dem heimischen WLAN verbinden, nach Updates suchen und das war es dann auch schon ...

Sollte jemand hier kein WLAN haben, geht es auch über den klassischen Weg mittels USB Stick ... so oder so: Nie war es einfacher, einem Schachcomputer neue Funktionen oder Gehirne einzutrichtern ...

Ich gebe zu, ich habe lange darüber nachgedacht, ob und was ich hier im Forum veröffentliche, da wir hier über Dinge sprechen, die noch nicht in der aktuellen Software Build implementiert sind ... hier geht es um die Dinge, die geplant sind, das sollte jedem klar sein.

Wem bestimmte Inhalte oder Funktionen hiervon so wichtig sind, dass sie für ihn von elementarer Bedeutung für eine Kaufentscheidung sind, sollte warten, bis sie eingebaut und bewertet sind ... ich schreibe dies bewusst, da ich mich nicht im Falle eines Falles dem Vorwurf ausgesetzt sehen möchte, dass ich etwas "aktiv beworben" hätte, was nicht den Tatsachen entspricht ...

Leider sehe ich mittlerweile die Notwendigkeit, diesen Hinweis in dieser Deutlichkeit zu geben, da diese Review nicht nur Wohlwollen und positive Reaktionen ausgelöst hat ... ich durfte in meinem e-Mail Postfach auch so manche Hass- bzw. Hetzbotschaft vorfinden ... schöne neue Welt ...


Nun aber zur Sache ... die aktuellen Pläne umfassen folgende künftige Inhalte bzw. Funktionen:

1) Mehrere Spiele direkt im Gerät speichern, und mit einem Export auf den USB übertragen.

Wichtig, richtig und gut ... mehr gibt es dazu nicht zu schreiben.


2) Notification Sound, wenn die Zeit des Nutzers abgelaufen ist.

Ist zwar nur eine Kleinigkeit, aber mir fehlt es, dass der Phoenix eine abgelaufene Uhr nicht reklamiert ... zumal der Phoenix ansonsten akustisch durchaus Feedback geben kann ... und dies auch macht ...


3) Erweiterung des Comfort Menüs, so dass es für alle nativen Engines funktioniert.

Auch das war von mir bemängelt, wird nun aber entsprechend berücksichtigt ... denn bisher funktioniert er (siehe meine Review) nur mit drei Engines. In Hinblick darauf, dass noch einige weitere sehr interessante Engines kommen werden, muss das auch im Comfort Menu Berücksichtigung finden ...


4) Freigabe des Emulators in dem Sinne, dass dieser die aus anderen Geräten bekannten Emulationen abspielen kann.

Dazu habe ich ja bereits etwas vor ca. drei Wochen geschrieben: Im nächsten Step werden Emus wie zum Beispiel die Novags (Diablo und Co) oder die V2 (die dann mehr eine "Turbo V11" darstellt) etc. pp. eingebaut ... nur die jeweiligen EPROMs muss der User dann selbst einfach per USB Stick einlesen ...


5) Weitere native Engines.

Noch darf ich nicht schreiben, um welche Engines es sich handelt, aber in der Tat sind sie aus meiner Sicht sehr interessant und runden den Native Teil für mich sehr gut ab.


6) Hiarcs 15.x

Hier liegt es an M. U., dessen Zeit wirklich sehr begrenzt ist. Darum kann hier niemand sagen, ob es Weihnachten 22 oder Ostern 23 wird ...


7) Multi Varianten-Display

Für mich im Native Bereich das wichtigste Feature, das mir noch fehlt ...


8) Free Analysis Mode

Auch eine schöne Sache, die den Native Bereich deutlich aufwertet.


9) Chesslink App / online Spiel

Das ist mir zwar nicht wichtig, ich weiß aber, dass es viele Menschen gibt, denen das wichtig ist ...


Dazu weiß ich, dass zum Beispiel an den Tablebases derzeit schon aktiv gearbeitet wird ... das ist mir dann wieder sehr wichtig ...


Davon abgesehen gibt es Dinge, die aktuell innerhalb des Teams in der Analyse sind, zu denen es aber noch keine abschließende Einschätzung bzw. ein Ranking gibt ...

Das bedeutet konkret, dass diese Dinge noch in der Prüfung bzw. Analyse sind, wie groß der jeweilige Aufwand einer Implementierung ist und welche Konsequenzen es hat. Sobald diese Analyse abgeschlossen sein wird, rutschen Punkte da nach oben oder unten ... dazu zählen zum Beispiel:

• Resign & Draw
• PGN Header Infos
• Zweitbester Zug
• Profile selbst benennen
• Grafische Aufbereitung der Emulations-Keyboards
• Shredder Elo-Evaluation: Start Elo & Reset Elo
• Replay Games-Funktion


Achtung: Ich möchte noch einmal ganz klar schreiben: All das, was in diesem Posting steht, ist noch nicht in dem Gerät verbaut ... es handelt sich um das, was laut Thomas Karkosch geplant ist ... es gibt keinen festen Zeitplan, das ist einfach nicht möglich, da man nie vorhersagen kann, welche Steine im Weg liegen ... und natürlich kann man nie ausschließen, dass ein Punkt von der Liste fallen wird, wenn sich nachträglich zu große Probleme ergeben ... es gibt Punkte, bei denen kenne ich den groben Zeitplan, werde aber dazu hier nichts schreiben, bevor es wirklich freigegeben ist ... das betrifft zum Beispiel die weiteren Emus ...

Sodele, das soll es von mir gewesen sein ... sobald es Betas / Builds mit neuen Inhalten oder Funktionen gibt, was wohl Ende November der Fall sein wird, werde ich mich hier wieder melden und sie vorstellen ...

Bis dahin den Vorbestellern viel Vorfreude und viele Grüße,
Sascha
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Re: Der Mephisto Phoenix - mehr als "nur" ein Schachcomputer

Beitrag von Mythbuster »

Hallo zusammen,

das war die ursprüngliche (P)Review zum Mephisto Phoenix ... mittlerweile schreiben wir Januar 2023 ... Millennium hat Wort gehalten und die Geräte tatsächlich zu Weihnachten ausgeliefert ... ich habe mein Seriengerät inkl. Turnierbrett via UPS am 23. Dezember gegen 16:00 Uhr erhalten ...

So wie ich die Reaktionen bei Schachcomputer.Info und auf anderen Plattformen beobachte, sind die Besitzer der Geräte sehr zufrieden.

Mein Fazit zur (P)Review ... nun, trotz aller Arbeit, Mühen und auch teilweise Anfeindungen waren es interessante und auch spannende Monate ... während der Betaphase, in der ich das Projekt begleiten durfte, wurden einige Dinge (auch aufgrund der Nörgeleien der Tester) geändert ... so gesehen bin ich glücklich, meinen kleinen Anteil zu dem Projekt beigetragen zu haben ... aber wie ich schon in der Preview schrieb, beginnt die Reise des Phoenix erst ...

Hier einige Punkte, die sich schon jetzt in der Verkaufsversion von der Preview unterscheiden:

- Es gibt drei weitere Emulationen, Nigel Short und zwei Milano Versionen.
- Die Speichergrößen beim R30 / R40 sind jetzt bis 8 MB anpassbar.
- Die Bedienelemente in den Emus wurden überarbeitet, ebenso die untere Leiste der Systemknöpfe ... damit ist alles deutlich aufgeräumter und farblich abgesetzt ... zum Beispiel beim R30 schaut es jetzt so aus:

R30 Screen.jpg
R30 Screen.jpg (77.74 KiB) 5526 mal betrachtet

Zudem wird derzeit das erste Update getestet, welches den Mephisto Phoenix in den ersten Schachcomputer der Welt mit 5 Steiner Tablebases verwandelt ...

Natürlich wird der Nutzer bei jeder Engine selbst entscheiden können, ob er jeweils gegen das Endspielkönnen der jeweiligen "KI" antreten möchte oder ob er ein perfektes Endspiel vorgeführt bekommen möchte. Die Tablebases werden im nächsten kostenlosen Update für alle Nutzer enthalten sein ...


Aber auch ein "Bezahlinhalt" wird derzeit getestet, ein kostenpflichtiges Enginepaket, welches den Nativebereich um die folgenden Programme erweitern wird:

- Ginkgo: Aktueller Software-Computerschachweltmeister 2022, Autor Frank Schneider. Ein durchaus interessantes Programm mit einem eigenen Stil. PC Anwender kennen es auch als "Fritz 18" aus dem Hause ChessBase.

- Dragon 3: Ich denke, jeder, der sich mit Komodo beschäftigt hat, wird auch den "Drachen" kennen. Die Autoren, GM Larry Kaufman und Mark Lefler, nutzen einen völlig neuen Ansatz für den "Komodo Dragon" ... Alpha-Beta-Technik verbunden mit neuronalen Komponenten sorgen für einen einzigartigen Stil, der zudem sehr menschlich und natürlich wirkt. Viele menschliche Großmeister nutzen bevorzugt den Drachen zur Analyse der eigenen Partien und als Trainingsengine. Vermutlich eines der derzeit beliebtesten Programme im Bereich Computerschach. Die Engine wurde speziell für den Phoenix angepasst.

- Leela: Im Bereich der KI einzigartig und der Wegbereiter für alle aktuellen Engines, die auf neuronale Netzwerke setzen. Hier vom Entwicklerteam in der aktuellen Bulid 0.29 speziell für den Phoenix angepasst implementiert.

Diese drei einzigartigen Programme werden als "WM-Paket 2022" für 99,- Euro als Download erscheinen.

Das ist nicht alles ... derzeit werden auch die passenden Koffer für die jeweiligen Millennium Geräte produziert ... Made in Germany ... Ende Januar sollen die ersten Exemplare ausgeliefert werden ... ich habe einen bestellt und werde berichten.

In den nächsten Wochen werde ich meinen nächsten Erfahrungsbericht veröffentlichen ... dann mit Fotos vom Seriengerät und dem neuen Turnierbrett, welches aus meiner Sicht ein absoluter Hauptgewinn ist ... Optik und Haptik gefallen mir außerordentlich gut ...

Mit anderen Worten: Die Preview ist beendet, nun beginnt die Reise ... stay tuned!

Sascha
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Mythbuster
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Re: Der Mephisto Phoenix - mehr als "nur" ein Schachcomputer

Beitrag von Mythbuster »

Hallo zusammen,
heute möchte ich (endlich) ein paar Worte zum neuen Brett schreiben ... im Netz gibt es sehr unterschiedliche Aussagen, das Spektrum reicht von "sieht billig und nach Plastik aus" bis hin zu "man kann es mit einem DGT Brett verwechseln, so hochwertig" ... hui ... wie kann das sein? :raffnix:

Nun ja, ich vermute mal, dass bei so mancher Aussage eine gehörige Portion Emotion im Spiel ist ... :winkie:

Ein paar Worte im Vorwege. Mein Brett ist ein reguläres Serienbrett. Ich habe es als Kunde bestellt und auch selbst bezahlt. Da der Phoenix mit Turnierbrett kein ganz billiges Vergnügen ist, habe ich eine entsprechend hohe Erwartungshaltung ... und ja, ich bin kritisch und pingelig. Denn so ein Schachcomputer ist für mich ein Emotionskauf, da muss das Feeling stimmen ... Haptik wie Optik müssen passen, die Elektronik sowieso ...

Ich gebe zu, moderne Schachbretter haben es bei mir nicht einfach. Das liegt daran, dass ich mich extrem glücklich schätzen darf, alte Bretter von Mephisto, Fidelity und Novag zu besitzen ... es gibt meiner Meinung nach bis heute nichts, was an das Holz und die teilweise wundervolle, detailverliebte Arbeit reicht ... allein die wundervollen Intarsien eines München oder ESB ... seufz ...

Das Problem, diese Bretter wären in dieser Handarbeit heute schlicht unbezahlbar bzw. so teuer, dass die Käuferschicht zu gering wäre, um eine Serienproduktion zu erreichen ... das ist schade, denn ich würde sofort auch mehr zahlen, um solche Schönheiten mit moderner Technik zu bekommen.

In den letzten Jahren war, was Verarbeitungsqualität, Optik und Haptik betreffen, die Bretter von DGT ziemlich weit vorn. Sie haben, neben all ihren Qualitäten, auch einen Nachteil: Sie besitzen keine Feld LED ... außer dem Revelation II gibt es kein DGT Brett mit Figurenerkennung und Feld LED ... die Gründe dafür sind vielfältig, sollen hier aber keine Rolle spielen, da es ja um das neue Mephisto Brett aus dem Hause Millennium geht.

Kommen wir zum Brett. Das neue Brett gibt es derzeit nur im Bundle mit dem Mephisto Phoenix in zwei Größen zu kaufen. Entweder in der Größe des Exclusive mit den Maßen 40 x 40 x 2 cm und einer Königshöhe von ca. 74mm ... oder alternativ in echter Turniergröße ... ich habe mich für das Brett in Turniergröße entschieden.

Was für potentielle Käufer vielleicht wichtig ist: Wenn man dieses Brett möchte, sollte man sich darüber vorher Gedanken machen, da es leider nicht ohne den Phoenix zu haben ist ... was ich schon etwas schade finde ... aber mal sehen, wie das in ein paar Monaten ist ... letztlich will der Hersteller etwas verkaufen ... :winkie:

Im Vorwege gab es viele Gerüchte zur Herstellung und Qualität ... vor allem das Thema "ist es aus Holz" wurde teilweise hitzig diskutiert. Da ich kein Vorserienbrett zur Verfügung hatte, konnte ich nichts dazu schreiben.

Zwischenzeitig, inmitten der heißen Diskussion, bekam ich zu dem Thema eine offizielle Stellungnahme vom GF Thomas Karkosch, die ich hier in Teilen wiedergeben möchte (einige Teile wurden entfernt, da sie dem NDA unterliegen:

„Die Bretter bestehen aus einer MDF- Konstruktion mit Seitenabdeckungen aus Furnier sowie einer vollflächigen Schutzabdeckung in Rosenholz/Ahorn-Dekor mit komplett planen LEDs, welche für einen perfekten Schutz vor Ausbleichen oder Verfärbungen sorgt.

...

Zur Erläuterung:
Wo ist der Unterschied zu den alten Brettern? Im Prinzip nur die Oberfläche, die bestand bei den alten Brettern aus Furnier mit Schutzlacküberzug.
Warum die Änderung? Viele Kunden waren mit den alten Brettern von der Optik her nicht zufrieden. Kontrast nicht ausreichend, dem einen das Furnier zu „wild“, dem anderen „nicht Echtholz genug“ – also genau widersprüchliche Erwartungen. Dann Astlöcher – für die einen Zeugnis des Echtholzs, den anderen ein Riesen-Dorn im Auge. Dazu die Verarbeitungs-Problematik, wir haben hier eine Kombination von Handarbeit mit entsprechenden Toleranzen, und SMD bestückten Leiterplatten, die auf den Micro-MM genau sind. Und die LEDs müssen das widerspiegeln, was ein Widerspruch in sich ist. Kurzum, es kann nicht funktionieren.

Worum geht es den Kunden? Um ein perfekt verarbeitetes Brett, mit schöner Farbgebung, entsprechendem Kontrast, und einem hochwertigem Qualitätseindruck. An der Verbesserung der Boards arbeiten wir seit 2017, als der Exclusive auf den Markt kam. Mit dem Furnier war einfach ein Limit erreicht, wo es nicht besser ging mit der Kombination aus Handarbeit und maschineller Fertigung. Dennoch waren zu viele Kunden mit der Optik nicht zufrieden genug.

Daher die neue Technologie. Der Aufbau der Boards ist nun aufwändiger, die Herstellung teurer.

Aber: Wir können die Oberfläche maschinell herstellen, sprich, die Toleranzproblematik besteht nicht mehr. Die Boards haben zu 99% genauso viel Echtholzanteil wie die alten Boards, bringen aber zig Vorteile für den Kunden mit: Komplett plane Oberfläche, nicht der Hauch einer Versenkung an den LEDs. Keine Furnier/Holzfehler an der Oberfläche mehr. Viel größere mechanische Stabilität, sei es gegen Schläge, Kratzer oder das Schleifen von Figuren. Viel bessere Optik - perfekter Kontrast. Selbst Fachleute merken nicht, dass es kein Furnier mehr ist.

....

Das Dekor ist erstklassig, jeder, der sich in den letzten Jahren beim Schreiner schon mal ein Möbel hat machen lassen, welches besonderen Beanspruchungen statthalten muss, weiß wie genial die Technik hier mittlerweile ist. Und: Alle Kunden, die die neuen Boards bisher gesehen haben, haben den Qualitätssprung enorm gelobt und möchten sofort tauschen. Das ist einfach eine andere Welt als die bisherigen Boards, weswegen ich auch jedem Kunde empfehlen würde, unbedingt auf die neue Technologie zu setzen. Es gibt nur Vorteile für den Kunden.

...

Wie wir das genau machen, werde ich nicht verraten, hier stecken schließlich ein paar Monate Entwicklung sowie etliche Prototypen-Chargen drinnen (wie Du ja weißt). Aber eines weiß ich: Es sieht geil aus und fühlt sich auch so an, und darauf kommts doch am Ende an, oder?"



Das sind also die Aussagen der Firma Millennium bzw. von Thomas Karkosch ... danke dafür! :thumbsup:

Diese Worte sollten alle Gerüchte und Unklarheiten beseitigen. Und sie legen die Latte der Erwartungshaltung hoch ... denn ich gebe zu, die bisherigen Bretter von Millennium sind zwar technisch erstklassig, aber Optik und Haptik waren eher Schulnote 3 ... zudem litten sie schnell an Schleifspuren durch die Figuren, da die Oberfläche (zumindest bei meinen Brettern) sehr empfindlich war ...

Nun aber genug der Vorworte, kommen wir zum Brett ... und wichtiger ... zu Fotos vom Brett. Ich möchte anmerken, dass ich alle Fotos mit dem iPhone 14 Pro Max gemacht habe, nichts wurde nachträglich bearbeitet, sie wurden lediglich auf 1.024 Pixel für das Forum verkleinert.

Beinnen wir mit der Vorderansicht. Hier findet sich das Logo, farblich gut abgestimmt und es trägt den "richtigen" Namen, Mephisto ... sehr, sehr schön:

Logo.jpg

Ein "verstecktes" Feature sei an dieser Stelle erwähnt: Das Logo ist nicht einfach nur ein Aufkleber, nein, es ist auch ein aktives Bedienelement: Hier lässt sich die Helligkeit der Feld LED in vielen Stufen durch einfache Berührung regeln ... oder sogar komplett deaktivieren.

An der Seite findet sich der oft kritisierte DIN Anschluss, die Buchse ist in Gummi eingefasst, alles wirkt hochwertigverarbeitet:

Anschluss.jpg
Womit wir bei der Diskussion zum Thema "Kabelsalat" sind ... oftmals wird kritisiert, dass das Brett noch immer mit einem Kabel angeschlossen werden muss und es keine BT Verbindung gibt ... wie zum Beispiel bei den DGT Brettern ... eine aus meiner Sicht grundsätzlich berechtigte und nachvollziehbare Kritik ... zumal das kleine und günstige eOne aus dem gleichen Stall Akku und BT mitbringt ... aber ...

Ja, aber ... würden man auf BT als Anschluss setzen, bräuchte es einen Akku ... ein Akku ist ein Verschleißteil, muss irgendwann gewechselt werden ... ohne Akku bräuchte es also einen Netzanschluss, also doch mindestens ein Kabel ... hm ... mal ehrlich: Zumindest das Brett in Turniergröße ist so groß, dass ich damit nicht ständig umziehe ... und das eine Kabel, welches Kommunikation und Stromversorgung übernimmt, stört mich nicht mehr wirklich ... aber ich gebe zu: Es hätte auch USBC statt DIN sein dürfen ... gerne den alten Anschluss zusätzlich oder einen Adapter beilegen ... aber bekanntlich kann man nicht alles haben ... trotzdem, einen kleinen Abzug gebe ich dafür ...

Unabhängig davon, mein dringlicher Wunsch wäre es, den Phoenix auch mit dem eOne verbinden zu können, auch wenn das bedeuten würde, dass man als Einschränkung auf die R30 / R40 Emulationen verzichten müsste, die bekanntlich ein Brett mit Figurenerkennung benötigen.

Denn ... ja, wenn ich mal Geräte gegeneinander spielen lassen möchte und der Platz knapp wird, wäre die Größe optimal ... ebenso, wenn ich mal im Garten spielen möchte ... da würde ich nie mit dem Turnierbrett hühnern, da wäre das kompakte eOne aus Kunststoff die perfekte Wahl ... also Jungs bei Millennium, ihr habt es gehört, das eOne muss am Phoenix laufen ... :plasberg:

Nun aber ein Blick auf das Wesentliche, die Spielfläche ... zunächst im Detail, dann in der Übersicht:

Detail 1.jpg
Detail 2.jpg
ohne Figuren.jpg

Meine ehrliche Meinung: Die Verarbeitung ist sauber, die Spielfläche sieht nicht nur gut aus, sie fühlt sich auch gut und hochwertig an ... alle LEDs sind perfekt eingepasst, das ist alles einfach stimmig .. und ja, das ist das, was letztendlich für 98% aller Spieler zählt ...

Nebenbei gibt es im Vergleich zu meinen geliebten alten Brettern erhebliche Vorteile: Diese Bretter sollen nicht ausbleichen, es gibt dementsprechend auch keine Lichtflecken (die ich wie die Pest hasse) und die Farben sind bei allen Brettern einheitlich. Außerdem soll die Oberfläche deutlich robuster gegen Schleifspuren sein, was aus meiner Sicht dringend von Nöten war ... :plasberg:

Ja, im Hinterkopf sagt mein innerer Monk, dass es keine Holzoberfläche ist, kein echtes Furnier, keine Intarsien ... aber beim Spiel hält er ganz schnell die Klappe und ist vergessen ... das Spiel auf dem Brett macht einfach Spaß, Punkt!

Hier nun das Brett mit Figuren:

Brett aufgebaut.jpg

Wie man erkennen kann, gibt es zwei zusätzliche Damen, so soll es sein. Die Figuren ist aus meiner Sicht OK, Schulnote 2- ... Gewicht und Verarbeitung sind in Ordnung ... ein schönes Detail, im Vergleich zu den bisherigen Figuren wurden die Filze gegen schwarze, dickere Filze getauscht, die durchweg passender sind ... dennoch bleiben die Figuren kein Vergleich zu meinen 3fach gewichteten Ebony Satz von DGT ... seufz ... ich hoffe, dass Millennium hier noch nachlegt und einen entsprechend hochwertigen Sazu als Zubehör anbieten wird ... ich habe das Thema jedenfalls so oft auf den Tisch gebracht, dass es bei Thomas definitiv nachhaltig angekommen ist ... also schauen wir mal ... denn ein schöner Satz würde das "Komplettsystem Phoenix" für mich vollkommen machen ... hier noch einmal die Figuren in Nahaufnahme:

Figuren Detail 1.jpg
Figuren Detail 2.jpg

Ich denke, man kann schon erkennen, dass die Figuren nicht soooo schlecht sind, wie es sich vielleicht zuvor gelesen hat ... :whistle:

Da ich auch immer wieder gefragt werde, welches Brett nun besser ist, das DGT oder das "neue Mephisto" ... nun, hier mal zwei Vergleichsbilder mit meinem Lieblingsbrett von DGT:
Vergleich 1.jpg
Vergleich 2.jpg

Ich denke, man kann erkennen, wie knapp es optisch ist ... hier geht es fast schon um eine Frage des Geschmacks ...


Wenn man mich fragt, welches Brett besser ist, das DGT oder das Mephisto Turnierbrett ... nun, wer vergleicht Apple mit Android, oder MacOS mit Windows? Beide sind großartige Bretter ...

Aber ... wenn es um die Verarbeitung geht, die Haptik und rein um das Holz ... ja, da hat DGT die Nase noch ein Stück weit vorn, das muss man einfach zugeben ... dazu gibt es bei DGT eine riesige Auswahl an Brettern und Figurensätzen ... das Brett hat BT und einen Akku verbaut ... das sind viele Gründe für das DGT Brett.

Für das Mephisto sprechen für mich die 81 Feld LEDs, deren Helligkeit sich gut regeln lässt ... die Figurenerkennung ist im Vergleich zu meinem DGT Brett und meinem Revelation II zuverlässiger und unkomplizierter ...

Ich denke, ein Vergleich ist eh müssig ... denn das DGT lässt sich nicht an den Phoenix anschließen ... und letztendlich ist das der Punkt: Jeder muss wissen, wofür er das Brett einsetzt und was ihm wichtig ist ... yep, so einfach ist es ... den super sind beide Bretter ...

Tja, ansonsten? Mein Fazit: Die neuen Bretter sind um Welten besser als die alten Bretter, Punkt, aus ... meine Meinung ... ich habe hier zwei Exclusive von Millennium, ein Turnierbrett und eben dieses hier vorgestellte Brett ... und nein, ich sehe wirklich keinen, absolut keinen Vorteil in den alten Brettern ... null! Und an Millennium: Ihr solltet die Bretter schnellstmöglich jedem zugänglich machen ... nicht nur Käufern eines "Phoenix Komplettsets" ...

Das soll es, was das Brett betrifft, gewesen sein ... im nächsten Teil werde ich über den Softwarestand der Dinge berichten und ein weiteres Fazit nach nun einigen Monaten Nutzung schreiben ... mit allen Vor- und Nachteilen, die mir mittlerweile aufgefallen sind.

Dazu dann auch ein Bericht, wie gut der Koffer für den Phoenix ist ... ob er sich "lohnt" oder ob man ebenso günstigere Alternativen verwenden kann ...

Bis dahin viele Grüße,
Sascha
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